JULIKA RUDELIUS. It is true because I feel it. 10.09.2021 – 08.10.2021 

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Der Körper – das Zuhause unserer Emotionen. Das Setting – ein dunkler, immersiver Raum ohne sichtbare Türen, Wände oder Decke. Wie der Ort unserer Emotionen, unseres Unterbewusstseins. Die Akteure – anonyme Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, gekleidet in nachhaltiger Freizeitkleidung. Es existieren keine sichtbaren Attribute von Schönheit, Macht, Reichtum und Statushierarchien. Die Teilnehmer führt eine gemeinsame Suche nach Verbindung und Intimität als lehrbare Disziplin zusammen, ein Kurs in grundlegender Selbstoptimierung.
Intimität – das Gefühl einer engen, persönlichen Beziehung und Zugehörigkeit. Intimität als Gegenteil von Einsamkeit und Isolation – Gefühle emotionalen Schmerzes. Einsamkeit wächst zu einer globalen „Epidemie“ heran. Das Heilmittel ist die menschliche Verbindung zueinander. Lässt sich Intimität denn trainieren?
Bring mir bei, was ich fühle und wie ich es ausdrücken soll, denn ich weiß nicht, was ich fühle und was ich fühlen soll, aber ich fühle etwas und möchte mehr davon: „Me, myself and I“ – ich bin zu oft schmerzhaft von mir selbst getrennt.

Eine Kakofonie von Stimmen
Das „Geistige“ wird akzentuiert, dargestellt in dem, was wir als charakteristisch für ein rituelles Zeremoniell wahrnehmen: Dunkelheit und Obskurität. Hypnotische und überaus milde Stimmen von denen, die vor uns im Nirvana angekommen sind. Sie ermutigen die Betroffenen, schwer zu atmen und all ihre Frustration in lautem, aggressivem, selbstbewusstem Schreien auszudrücken – NEIN ist das Schlüsselwort. Unkörperlich – asexuell. Konfrontation und Vorwürfe. Was ist los? Ein Mann, der lautlos und mutig in der Menge weint. Männer, die sich gegen Frauen stellen, nähern sich, weichen zurück, werfen sich in Unterwerfungsgesten auf den Boden, da sie den Wunsch nach Vergebung für all ihre missbräuchlichen sowie gewalttätigen männlichen Privilegien und Geschlechterdiskriminierungen haben, die sie in der Vergangenheit gegenüber Frauen signalisierten. Sie möchten ihre Dankbarkeit gegenüber den Frauen zeigen, die wiederum ihre Wut und die Ungerechtigkeit den Männern gegenüber ausdrücken. Zufällig gebildete Paare in persönlichen, „sicheren“ Begegnungen, die gegenseitige Verletzlichkeiten aufdecken, die beruhigende, nicht aufdringliche Berührungen als gegenseitige Heilung nutzen. Oberflächenkontakt. Lenkt das Licht auf die Gesichter der Erleuchteten.
Lass es raus. Überschütte Fremde mit Intimität, obwohl wir eigentlich nur in Interaktion mit uns selbst sind. Das Zeigen von Intimität als Ersatz für die „echte“. Wir sind hier, um an unserem Schmerz zu arbeiten. Deshalb praktizieren wir achtsame Bewegung als Medizin. Es ist die Reise zu einer emotionalen Heilung und Transformation. Wir strahlen erleuchtete Spiritualität aus. Ich sehe Dich. Wir sind alle eins. Jung, intelligent, schön – alt, unintelligent, runzlig – inmitten dieser universellen Gefühle existentialistischen Schmerzes.

Berühren, schreien, sich miteinander verbinden und gegenseitig heilen. Das ist das Versprechen. Wir feiern die Intimität mit Fremden und hoffen auf ein spirituelles Erwachen. Aber die Probleme des menschlichen Zustands sind ewig dieselben: ein grundlegendes Bedürfnis, sich verbinden zu wollen und zueinander zu gehören. Gibt es denn schon ein „Wie man nicht einsam ist“? Gibt es denn schon eine App für „optimale Zugehörigkeit/Zusammengehörigkeit“?
Wir freuen uns, dieses neue 17-minütige Video
It is true because I feel it der deutschen Künstlerin Julika Rudelius (*1968) zu präsentieren, welches während des strikten Covid Lockdowns entstanden ist und großzügig von NEUSTART KULTUR und Stiftung Kunstfonds gefördert wurde. Tauchen Sie in ein emotionales Universum ein, welches von der Künstlerin extrem physisch ins Bild gesetzt wurde. Fühlen Sie selbst, was Sie von diesem Dilemma des 21. Jahrhunderts halten. Fühlen Sie, ob es wahr ist. Parallel zu diesem Film zeigen wir Rudelius’ Videoinstallation Adrift aus dem Jahr 2008, die sich ebenfalls mit dem Thema Meditation und hypnotischer Trance auseinandersetzt.

Rudelius’ Arbeiten wurden in bedeutenden musealen Kontexten gezeigt – wie zum Beispiel der Tate Modern, London, dem Centre Culturel Suisse, Paris, dem Kunsthaus Glarus, Schweiz, dem Stedelijk Museum Bureau, Amsterdam und dem Frans Hals Museum in Haarlem, Niederlande (Text: Elisabeth Hauff, Übersetzung ins Deutsche: Cornelia Schuster).

Zum Soft Opening laden wir Sie herzlich am
Freitag, den 10. September 2021, von 14 bis 20 Uhr ein.

Die Einzelausstellung
It is true because I feel it von Julika Rudelius wird von NEUSTART KULTUR (https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/neustart-kultur-startet-1767056) und Stiftung Kunstfonds (https://www.kunstfonds.de) gefördert.

2-G-Regel!
Zutritt zur Galerie erhalten nur vollständig Geimpfte oder Getestete mit FFP2-Maske!
Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein!
Herzlichen Dank für Ihr Verständnis!