LASSE SCHMIDT HANSEN. Objects, Photographs, Writings, Objects. 04.06.2010 – 31.07.2010 

Press Release
Exhibition Views
Works




english / deutsch

Die Galerie Reinhard Hauff freut sich, mit „Objects, Photographs, Writings, Objects“ ihre zweite Einzelausstellung mit dem dänischen Künstler Lasse Schmidt Hansen (*1978) ankündigen zu können. Lasse Schmidt Hansen, der bis 2006 an der Städelschule in Frankfurt studiert hat und heute in Berlin lebt, beschäftigt sich in seinen minimalistisch anmutenden Arbeiten häufig mit der Bürokratie von Ordnungssystemen und der Relativität vermeintlich unhintergehbarer Setzungen. Durch geringe Abweichungen von den Gesetzmäßigkeiten, die unseren Alltag strukturieren, wie etwa der Skalierung von Millimeterpapier, der architektonischen Ausrichtung von Neonröhren im Raum, der Positionierung von Mies van der Rohes Barcelona-Hockern oder den schier unendlichen Möglichkeiten, wie man das Billy-Regal von Ikea zusammenbauen kann, plädiert er für einen lockeren Umgang mit der unser Verhalten bestimmenden Logik der industriellen Massenproduktion. Dass dabei das Gleiche nicht immer das Selbe sein muss, dass das erste Grau nie dem Tonwert eines zweiten Graus entspricht, und dass es selbst unter den Bedingungen der seriellen Produktion durchaus zu – wenn auch erst auf den zweiten Blick – fundamentalen Unterschieden kommen kann, das sind Einsichten, die einem Lasse Schmidt Hansen an ganz praktischen Beispielen vor Augen führt. Anstelle der großen Gesten stellt der Künstler dabei das Zögern und die sowohl formale wie inhaltliche Mehrdeutigkeit.

In diesem Sinne sind
Lasse Schmidt Hansens „Arbeiten (...) wie Falltüren, die uns zu verschlucken drohen, da der feste Grund der Logik nicht länger trägt“ (Lars Bang Larsen). Die verschiedenen Erscheinungsweisen des Gleichen, um die seine Arbeit immer wieder kreist, drücken sich dabei nicht zuletzt auch im Titel seiner aktuellen Ausstellung aus. Die Auflistung der unterschiedlichen Komponenten der Ausstellung, bei der das Wort „Objekte“ zwei Mal vorkommt, könnte dabei als Schreibfehler, als Beginn einer mathematischen Reihe oder als Hinweis darauf verstanden werden, dass auch „Objekte“ jeweils abhängig von ihrem Kontext und ihrer Positionierung unterschiedlich zu lesen sind. Gleich zwei der Arbeiten in der Ausstellung tragen den Titel „Version“: Als Beschreibung der Tatsache, dass die vorliegende Arbeit nur eine an vielen unterschiedlichen Möglichkeiten darstellt und dass sie auch ganz anders hätte aussehen können, ist auf der Fotografie ein Stapel zugeschnittener Holzplatten im Atelier des Künstlers zu sehen, die ursprünglich für eine dreidimensionale Arbeit gedacht waren, die dann allerdings doch nicht realisiert wurde. Die zweite Arbeit mit diesem Titel besteht aus unterschiedlichen Silberfolien, die provisorisch an der Rückwand der Galerie befestigt sind. Die Arbeit „Making Things“ wiederum, die zuvor schon auf der 2. Biennale in Athen zu sehen war, zeigt drei unterschiedliche Situationen in einem Atelierraum, die aus unterschiedlichen Möglichkeiten resultieren, wie Kunst gemacht werden kann.