Past Artfairs
CURRENT EXHIBITION
Frank Ahlgrimm, nourish your doubt, 21.09. – 15.11.2019



GALLERY
Winter break 2019/2020
The gallery is closed from 21.12.2019 until 07.01.2020.


ARTFAIRS
Art Cologne 2020, 23.04. – 26.04.2020
(www.artcologne.de)



ARTIST NEWS 
Group show „salondergegenwart 2019“ with Josephine Meckseper, Opening: Friday, November 8th, 2019, 6 pm
08.11. – 10.11.2019, salondergegenwart, 1. OG, Große Bleichen 34, 20354 Hamburg
salondergegenwart with shannon bool, emmanuel bornstein, marc brandenburg, thorsten brinkmann, sascha brylla, andreana dobreva, hannah sophie dunkelberg, robert hoffmann, myriam holme, bianca patricia isensee, yongchul kim, annika kleist, caroline kryzecki, merav leibküchler, marlen letetzki, dorothee liebscher, josephine meckseper, frank moll, albert oehlen, miwa ogasawara, izvor pende, beatrice richter, grit richter, tanja rochelmeyer, laura sachs, sven scharfenberg, paul schrader, katja strunz and aiko tezuka. „phantasie ist wichtiger als wissen, denn wissen ist begrenzt“ (Albert Einstein). Photo: Josephine Meckseper: „Untitled (Gold, Blue, Brown)“, 2001.
(salondergegenwart.de/jahre/2019/)



„FEELINGS. Kunst und Emotion“ mit 3 Hamburger Frauen (Ergül Cengiz, Henrieke Ribbe und Kathrin Wolf), Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 7. November 2019, 19 Uhr
08.11.19 – 04.10.2020, Pinakothek der Moderne, München
Bewegend und berührend, sinnlich und Sinn stiftend – Gefühle offenbaren das Innerste des Menschen. Ob Glück, Freude, Leidenschaft oder Geborgensein, ob Wut, Schmerz, Trauer oder Einsamkeit: Vor allem Gefühle machen uns zu Menschen. Die Ausstellung zeigt Bilder, Objekte, Filme und Räume von Künstlerinnen und Künstlern, die keinen erklärenden Begleittext brauchen und bei den Betrachtern Gefühle durch ihre bloße Existenz auslösen. Kunst, die den Dialog dort beginnt, wo das Menschsein unmittelbar zu treffen ist: im Herzen. Werke von Hans Aichinger, Jan Albers, Monika Baer, Heike Kathi Barath, Vlassis Caniaris, Gregory Crewdson, Alex Da Corte, Nathalie Djurberg und Hans Berg, 3 Hamburger Frauen, Marlene Dumas, Elmgreen & Dragset, Tracey Emin, Gotthard Graubner, Jenny Holzer, Thilo Jenssen, Tadeusz Kantor, Ruprecht von Kaufmann, Mike Kelley und Paul McCarthy, Nikita Kadan, Jochen Klein, Rosa Loy, Rosilene Luduvico, Stephan Melzl, Olaf Metzel, Mirwa Ogasawara, Catherine Opie, Laura Owens, Richard Prince, Bernhard Prinz, Alexandra Ranner, Wilhelm Sasnal, Markus Schinwald, Norbert Schwontkowski, Cindy Sherman, Sam Taylor Johnson, Jessica Vaughn, Gillian Wearing, Amelie von Wulffen und Artur Zmijewski.
(www.pinakothek.de/ausstellungen/feelings)



„Beste Aussichten II“ mit Ergül Cengiz, Ausstellungseröffnung: Freitag, 25. Oktober 2019, 17 bis 21 Uhr
25.10.19 – 27.10.2020, K&K – Bündnis Kunst & Kind, Salon, Kongress * Sardenhaus München
Freitag, 25.10., 17-21 Uhr: E R Ö F F N U N G. N.N. liest Uli Aigner (Interview mit K&K im Sommer 2018). Samstag, 26.10., 15 Uhr: S A L O N & G E S P R Ä C H. K&K im Gespräch mit Susanne Kurz (Grüne), Gesa Puell (AdBK), Kirsten Kleie (Lehrauftrag AdBK) & Veronika Kirschner (Gleichstellungsbeauftragte Kulturreferat). Sonntag, 27.10., 12 Uhr: M A T I N É E. Sekt und Performance sewicide (rag*treasure/beißpony) Sounds Like A Cello vom LIDL. Wo stehen wir heute als Künstler*innen im Angesicht der Klimakrise und eines weltweiten Umdenkens? Wie können wir leben und arbeiten, wenn wir Familie haben, in der täglichen Bemühung um die Realisierung der Chancengleichheit und als Künstler*innen oftmals nah am Existenzminimum? 100 Jahre Frauenwahlrecht 2019 und 100 Jahre Frauen an der Kunstakademie München 2020 – was bedeutet das für uns und was sind unsere Aussichten, was ist möglich und was nicht? Welche Rolle spielt die neu aufkommende Solidarität in der Bevölkerung und wie können wir uns als Künstler*innen besser unterstützen und zusammenarbeiten, um uns gemeinsam eine lautere Stimme zu geben und um auch auf Politik und Gesellschaft Einfluss zu nehmen? Ist Kunst heute als Ort der freien Meinungsäußerung umso wichtiger? Wir wollen reden. Darüber und über alles, was uns sonst noch bewegt und dazu zeigen wir brandaktuelle künstlerische Arbeiten aus dem K&K Netzwerk. Ausstellung und Salon mit Infos zu K&K und zum Thema Kunst & Kind: Fr 16-21 Uhr, Sa 12-18 Uhr, So 12-16 Uhr. Mit Uli Aigner, Moritz Altmann, Gabi Blum, Ergül Cengiz, Raymond Gantner, Manuela Gernedel, Rebecca Grollmann, Verena Hägler, Ann Nadine Händel, Ute Heim, Dana Lürken, Heike Jobst, Kirsten Kleie, Victoria Kleinecke, Salima Mansouri, Annabelle Mehraein, Emanuel Mooner, Gesa Puell, Nina Radelfahr, Regine Rode, Anna Schölß, Verena Seibt, Anne Seiler, Soundfreaks, Thomas Splett, Alix Stadtbäumer, 
Naomi Steuer-v.Westphalen, Christine Tanqueray, Elisabeth Wieser und Stefan Wischnewski. K&K ist ein Bündnis von und für Künstlerinnen mit Kindern, gegründet im Februar 2018 von Anna Schölß und Gabi Blum. K&K pflegt einen Verteiler von mittlerweile über 70 Adressen der sich auch um eine ständig wachsende Zahl männlicher Kollegen ergänzt. K&K strebt eine dauerhafte Tätigkeit an und will zum einen die Arbeitsbedingungen von Künstler*innen mit Kindern verbessern und sich für deren Interessen stark machen, zum anderen geht es um Netzwerkbildung und das gemeinsame Arbeiten an Projekten, sowie Bündeln und Archivieren von Informationen. 
K&K veranstaltet regelmäßige diskursive Treffen mit Gästen, die zum Thema referieren und mit den Teilnehmer*innen diskutieren. Wechselweise trifft man sich in Ateliers und Ausstellungsräumen. Zu Gast waren bisher Friedel Schreyögg (Vorsitzende der Gedok), Alix Stadtbäumer (Künstlerin und Kuratorin der Artothek), Susanne Witzgall (Leitung cx centrum für interdisziplinäre Studien an der AdBK München), Frauke Meyer (Frauenkulturbüro NRW), Uli Aigner (Künstlerin aus Berlin), Lisa Britzger (Kuratorin) und Julia Maier (Kuratorin und künstlerische Mitarbeiterin AdBK München). Im Herbst 2018 richtete K&K ihre erste Ausstellung „Beste Aussichten“ im Kloster Schlehdorf mit 54 teilnehmenden Künstler*innen aus.
(gabiblum.de/K&K.html)



Group Show “Still Undead: Popular Culture in Britain Beyond the Bauhaus” with Stephen Willats
21.09.19 – 12.01.2020, Nottinham Contemporary
“Still Undead” explores how Bauhaus ideas and teaching lived on in Britain, via pop culture and art schools. This exhibition coincides with the centenary of the pioneering art and design school’s founding in Weimar. Spanning the 1920s to the 90s, and including works by some 50 artists, designers and musicians, “Still Undead” narrates the eclectic and fragmented ways that the Bauhaus’s legacy has been transmitted and transformed. It is structured around six loosely chronological groupings, which move from the Bauhaus to British art schools, from the high street to the nightclub and beyond. “Still Undead” departs from experiments in light and sound created by Bauhaus students and teachers. Combining music, costume and performance, these works were key to the school’s lively culture of parties and festivals. After the Nazis came to power in 1933, and the Bauhaus closed, a number of its masters and students came to Britain. A lack of work pushed them towards a variety of projects, making everything from sci-fi special effects and documentary photography to shop-window displays. After World War II, Bauhaus methods reshaped British art schools through a new approach to artistic training known as Basic Design. This emphasised intuition and experimentation, colour and material. At the beginning of the 1960s, a young generation began to reimagine the aims of the Bauhaus for an era of consumerism and commercial design. In the 1970s and 80s, youth culture – by way of art-school bands, DIY publishing and club nights – looked back to early 20th-century avant-gardes for inspiration. This section of the exhibition is a collage of performance, music and graphic design, which invokes the spirit of Bauhaus parties and theatre. The exhibition title, “Still Undead”, is borrowed from a 1982 song by the British band Bauhaus, suggesting that these spirits linger on, neither dead nor alive. Artists: The exhibition features contributions from some 50 artists, designers and musicians, including: Gertrud Arndt, Roy Ascott, Charles Atlas, Bauhaus (band), Robyn Beeche, Otti Berger, Leigh Bowery, Robert Brownjohn, Laurie-Rae Chamberlain, Agatha Christie, Edmund Collein, Susan Collier and Sarah Campbell, Terence Conran, Rita Donagh, Terence Donovan, Ueli Frey, Barbara Frost, Malcolm Garrett, Kasper de Graaf, René Halkett and David Jay, Richard Hamilton, Florence Henri, George Hinchcliffe and Ian Wood, Ludwig Hirschfeld-Mack, Tom Hudson, Ben Kelly, Kraftwerk, Kurt Kranz, Margaret Leischner, Liliane Lijn, T. Lux Feininger, Al MacDonald, John Maybury, Lucia Moholy, László Moholy-Nagy, Victor Pasmore, Mary Quant, Vidal Sassoon, Peter Saville, Xanti Schawinsky, Oskar Schlemmer, Kurt Schwerdtfeger, Soft Cell, Frank Tovey (Fad Gadget), Edith Tudor-Hart and Stephen Willats. Curators: Marion von Osten, Sam Thorne and Grant Watson. (Photo: Stephen Willats: “Multiple Clothing - New Directions”, 1992.)
(www.nottinghamcontemporary.org/whats-on/undead-pop-culture-in-britain-beyond-the-bauhaus/)



Solo Show „Tim Berresheim. Aus alter Wurzel neue Kraft. From Los Angeles to Bad Aachen“, Opening: Saturday, September 14th, 2019, 11 am
14.09. – 31.12.2019, Studios New Amerika, Aachen
Für den Titel von Tim Berresheims Einzelausstellung Aus alter Wurzel neue Kraft, die 2016 in Los Angeles zu sehen war, stand das Motto einer Wassenberger Schützenbruderschaft Pate. Mit der „alten Wurzel“ ist im Zusammenhang mit Tims Schaffen zum einen der Computer – sein primäres Arbeitsgerät – gemeint, der gleich einem Schmelztiegel die unterschiedlichsten Formen der Bildgestaltung, von der Zeichnung bis zum Laserscan, zu einem neuen großen Ganzen zusammenfügt. Zum anderen wird damit aber auch das Erbe der klassischen Moderne benannt, dem er sich verpflichtet fühlt und das er, im Abgleich mit den zeitgenössischen ästhetischen Produktionen außerhalb der bildenden Kunst, adäquat in die Gegenwart überführen möchte. Diese Beschäftigung mit der Moderne war auch Gegenstand der kürzlich zu Ende gegangenen Soloshow Sleep Walk in der Pariser Galerie Ruttkowski;68. Wir freuen uns, dass wir kürzlich die noch erhältlichen Arbeiten dieser ersten Einzelausstellung nach der großen Retrospektive 2015 im Ludwig Forum Aachen bekommen konnten und sie nun – frisch aus Los Angeles eingetroffen – in unserem hauseigenen Ausstellungsraum Die Kabine präsentieren können. Die Auswahl umfasst zahlreiche mittelformatige Werke, die die Bandbreite von Tims Bildproduktion auf repräsentative Weise abdecken. Sie umfasst neben bühnenhaften, figurativen Arbeiten höchst detaillierte, vornehmlich abstrakte Bilder sowie Druckgrafiken. Eine Serie mit Radierungen widmet sich zudem jenen Charakteren, die damals als Vermittlungshilfe für diese noch immer neuartige Form der Bildherstellung eingeführt wurden und nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. Anlässlich dieser ersten Präsentation diesseits des Atlantiks wird Tim eine Mappe mit neuen Werken produzieren, in denen die Motive der Ausstellung Aus alter Wurzel neue Kraft überarbeitet werden und mit der er sein Konzept der Revision älterer Werkgruppen, das bereits bei The Early Bird (Sigh) Traces (Revisited) (2018) und Lake (Revisited) (2019) zum Tragen kam, weiterverfolgt. Nach der Premierenschau über die Bovver Boys zeigen wir nun mit Aus alter Wurzel neue Kraft. From Los Angeles to Bad Aachen die zweite Ausstellung in den Räumlichkeiten der Studios New Amerika und eröffnen bei dieser Gelegenheit auch unser neues Ladenlokal. Darüber hinaus ist diese Präsentation gleichzeitig ein erster Teaser zu der gleichnamigen, groß angelegten Unternehmung, die wir im kommenden Jahr dann in Wassenberg und Heinsberg in Angriff nehmen werden.
(studiosnewamerika.com/die-kabine/)



Group show „It’s all Black and White – Contemporary Art from the Frederick R. Weisman Art Foundation“ with Tim Berresheim, Opening: Sunday, September 15th, 2019, 4-6 pm
27.08. – 08.12.2019, Frederick R. Weisman Museum of Art, Pepperdine University, Malibu, USA
Artists turn to black and white to explore essential visual effects. These colors carry deep psychological meaning ranging from white's association with light and purity to black's connection to darkness and death. This exhibition looks at a fascinating array of contemporary art that delves into the eternal mysteries of black and white. (Image: Detail aus „Condition Tidiness. Rude Fish I“, 2009.)
(arts.pepperdine.edu/museum/2019-2020/19-20-museum-black-and-white.htm)



Group show „COMEBACK. Kunsthistorische Renaissancen“ with Pia Maria Martin, Opening: Friday, July 19th, 2019, 7 pm
20.07. – 10.11.2019, Kunsthalle Tübingen
Zeiten des Umbruchs erzeugen den Wunsch nach Orientierung in der Vergangenheit. Dementsprechend hat alles Historische in unserer Gegenwart Konjunktur: In der Werbung, Mode und Filmwelt wird das „Alte“ als das Authentische in Opposition zu einer in Massen produzierten Einheitskultur in Stellung gebracht und nicht selten nostalgisch verklärt. Auch in der Bildenden Kunst feiert die Kunstgeschichte ein Comeback. Wurden in den 1980er Jahren unter dem Stichwort der „Appropriation Art“ von den Künstlern vor allem Traditionen des 20. Jahrhunderts zitiert, ist seit einigen Jahren eine Orientierung an alten Meistern und kunsthistorischen Techniken zu erkennen. Künstler und Künstlerinnen kopieren und verfremden Gemälde vergangener Epochen nicht nur, sondern reagieren heute in freierer und spielerischer Art und Weise auf die in alten Werken gespeicherten „mnemischen Energien“ (Aby Warburg). Nicht selten versuchen sie, das kollektive Erbe auch durch performative Strategien sowie durch fotografische und filmische Medien für die Gegenwart zu vergegenwärtigen. Das Ausstellungsprojekt stellt die kunsthistorischen Renaissancen in einer Überblickausstellung vor und dokumentiert diese in einem umfangreichen Katalogband. Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Philip Akkerman, Irene Andessner, José Manuel Ballester, Glenn Brown, Leo Caillard, Wim Delvoye, Slawomir Elsner, Hans Peter Feldmann, Jochen Flinzer, Christian Jankowski, Liane Lang, Liza Lou, Pia Maria Martin, Brigitte Maria Mayer, Chantal Michel, Jean-Luc Moerman, Yasumasa Morimura, Ciprian Muresan, Agathe Pitié, Antoine Roegiers, Markus Schinwald, Cindy Sherman, Yinka Shonibare MBE, Hiroshi Sugimoto, Ged Quinn, Kehinde Wiley. Kuratorin: Nicole Fritz.
(/kunsthalle-tuebingen.de/aktuelle-ausstellung/)



„DOUBLE TAP #8“. Interview mit Tim Berresheim von Anna Meinecke
17.07. – 31.12.2019, gallerytalk.net. Wir schreiben Kunst
Tim Berresheim wirbelt Haare auf und lässt Mini-Burger fliegen. Gerade hat er ein beschlafmütztes Kartoffelwesen in eine Pariser Galerie verpflanzt. Ob raumgreifend oder in Buchform: Berresheim schafft Bildwelten, in die man nicht nur eintauchen will, sondern per App oder 3D-Brille auch tatsächlich eintauchen kann. Mit gallerytalk.net spricht er über Freude am Autodidaktentum und KI in der Bildenden Kunst. gallerytalk.net: Wann hast du das erste Mal eine 3D-Brille aufgehabt? Tim Berresheim: Das müsste Mitte der Achtzigerjahre im Brühler Phantasialand gewesen sein. Da gab es meiner Erinnerung nach ein 3D-Kino in 360 Grad, wo man einfach überall etwas erblicken konnte. Es war wie in eine Parallelwelt zu schauen. Zu der Zeit und noch ohne Internet war das für ein Kind vom Land geradezu berauschend. Ich hab mich so gefreut, als ich mit dem Ding auf der Nase durch deinen Jahresbericht geblättert habe. Neben der 3D-Brille braucht man eine App. Hast du das Gefühl, den Leuten wird der Zugang zu deinen Arbeiten durch solche Features erleichtert oder erschwert? Ich habe natürlich den stillen Wunsch, dass der Zugang dadurch erleichtert wird. Meine Form der Bildgenese bringt – noch – Probleme bei der Vermittlung mit sich, da das Ausgearbeitete nicht sofort zu erkennen vollständig ist. Deswegen benutze ich Apps und die 3D-Brille. Sie geben den ganz klaren Hinweis, dass sich meine Bildwelt aus der dreidimensionalen Welt speist und entsprechend erfahren werden kann. Du giltst als Vorreiter der computergenerierten Kunst. Wie hast du dich für das Medium entschieden? Haben dich traditionelle Techniken gelangweilt? Ich fand Computer schon immer toll und habe sie auch schon früh als sehr sinnvoll empfunden. Zur Kunst kam ich mit 25 Jahren eigentlich recht spät und bin dann auch erstmal in einer Malerei-Klasse gelandet. Dennoch hat mein Instinkt mich dann beim Computer bleiben lassen, der mich dahin geführt hat, wo viele Dinge noch nicht passiert sind. In der Malerei war das ja anders. Da war vieles schon geschehen und gesehen. Die Arbeit damit erschien mir, eher ein frustrierender bis quälender Prozess zu werden. Der Computer hingegen vermittelte mir, viel mehr in neuem Terrain unterwegs zu sein und dort dann auch Spaß empfinden zu können. Ich kann nur ahnen, wie komplex der technische Teil deiner Arbeit ist. Was muss man können und wer hat dir das beigebracht? Man sollte vor allem Freude am Autodidaktentum haben. Man muss eine Euphorie entwickeln können, Systeme zu knacken, die für andere vielleicht frustrierend erscheinen, sowie diese dann auch so zu beugen, dass etwas dabei herumkommt, was mit einem selbst sehr viel zu tun hat. Als ich mit der Bildproduktion durch den Computer angefangen habe, gab es keine Tutorials bei Youtube oder sonst wo. Hattest du Vorbilder aus der Kunstwelt oder vielleicht auch aus anderen Bereichen wie Gaming? Ich spiele zwar gerne Games, aber erlebe das im Nachhinein immer wie einen Missbrauch an mir selber und im Gegensatz zur Kunst als recht unbefriedigend. Einfach als ob ich nur Zeit totgeschlagen hätte. Das ist aber viel mehr mein privates Erleben. Die Kunst, die ich mag, ist meist sehr überbordend, wie zum Beispiel die von Fortunato Depero oder Mike Kelley sowie die Kunst des Barock. Ich mag die Idee, dass man aus allen Rohren gleichzeitig schießen kann. Magst du dir mal eine Arbeit raussuchen und mir als Laien erklären, mit welchen technischen Kniffen du die möglich gemacht hast, damit ich einen groben Einblick in deine Arbeitsweise bekomme? Die technischen Kniffe die zu meinem Bild „Le Suaire Digital III (Mort)“ geführt haben sind eigentlich ganz klassische: Auf einem Stück Papier sind Aquarelle entstanden, deren Atmophäre und Formensprache eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod darstellt, eins der drei Themen meiner Pariser Ausstellung „Sleep Walk“. Die gemalten Exponate habe ich mit einem großen Scanner in den Computer importiert. Aus den Motiven habe ich Bahnen geschnitten und diese dann einem 3D-Element appliziert, welches sich von der Physik her wie textiler Stoff verhält. Diese „Stoffbahnen“ habe ich dann über 3D-Objekte fallen lassen, also einen digitalen Faltenwurf erzeugt. Dieser „verbiegt“ dann – wie in der Realität – die vorher angebrachte Textur. Diese Form wirkt wie ein malerisches, abstraktes Bild. Ich habe sie dann in 31 Millionen Kugeln zersetzt und wie die Struktur von Styropor wirken lassen. Dann habe ich noch durch die komplette Szenerie Rauch mäandern lassen, der diese kleinen Kügelchen mit auf seinen Weg gerissen hat. Ich gehe davon aus, du brauchst ganz schön Rechenpower für deine Arbeit. Wie viele Rechner sind da beim Rendern so in Betrieb? In meinem Studio haben wir insgesamt über 152 CPUs, was ungefähr zehn Rechner sind, die an meinen Bildern arbeiten. Irgendwas mit VR-Brille ist ja im Moment ganz angesagt in der Kunst. Wie beurteilst du den Trend? Ich persönlich finde Virtual Reality weder in der Gaming- und Entertainment- noch in der Kunstwelt interessant. Das visuelle Ergebnis empfinde ich meistens recht „kinderschuhig“ – wie bei dem 90er-Film „Der Rasenmähermann“. Mich interessiert vielmehr eine Bildwelt, in der es um viel Detail, viel Fülle und eben die „Suspension of Disbelief“ geht. Die Kluft zwischen zeitgenössischer Bildproduktion und Kunstgeschichte ist jetzt schon sehr groß. Die kann nicht mit Babyschritten überbrückt werden. Es braucht einen Riesensprung. Die passendste Antwort der Kunst auf die heutige Zeit kann doch nicht die sein, dass man sich einfach einen Bildschirm in zwei Zentimeter Abstand vor die Augen klebt. Wann ist computergenerierte Kunst gute computergenerierte Kunst? Mit welchen Maßstäben kann vielleicht auch ein ungeschulter Betrachter arbeiten? Gute computergenerierte Kunst wird als solche eigentlich kaum besprochen. Das Computergenerierte ist eher nebensächlich. Es geht vielmehr um die Welt der Bilder und das computergenerierte Bild wird im besten Falle auch nur als zeitgenössisches Bild wahrgenommen. Wie es tatsächlich hergestellt wurde, ob gemalt, getupft, gebastelt oder mit dem Computer entstanden ist, finde ich unerheblich. Es sollte bei mir aber mit beiden Beinen in der Kunstgeschichte stehen und mit einem zweidimensionalen Abbild eine Antwort auf den Tumult geben können, den wir im Alltag erleben. Programme müssen erst mit Informationen gefüttert werden, um zu funktionieren. Welche Rolle spielt der Zufall noch in Zusammenhang mit computergenerierter Kunst? Vielleicht müssen wir erst einmal unterscheiden zwischen einem Zufall in der Malerei – etwa dem Spritzer oder Tropfen, der passiert, ohne das es eine Intention dafür gab – und einem Zufall, der in einem Computer generiert wird. Einem Computer „passiert“ ja eigentlich nichts, denn man muss bei ihm alles erwarten. Man kann hier auch von Erwartungstreue sprechen, da sie diese Methodik an der Bildwelt sicherlich am besten beschreibt. Der Zufall wäre dann also nur ein mathematischer Zufall, wenn man den Computer etwas entscheiden lassen möchte, was beispielsweise mit Bewegungen in einem dreidimensionalen Raum zu tun hat und nicht physikalischen Ursprungs ist. Das ist aber vielleicht gar kein so wichtiger Aspekt der computergenerierten Kunst. Welche Potenziale birgt künstliche Intelligenz für die bildende Kunst? Es birgt bestimmt das Potenzial, dass mühselige Prozesse und nervige Handwerksaufgaben von Künstlern am Computer von der KI erledigt werden können – zum Beispiel das Freistellen von Bildhintergründen, falls jemand in der Welt der Collagen weiterarbeiten will. Die KI sollte aber nichts generativ selber machen dürfen und dadurch zu einem Bild kommen können. Vor allem darf sie keine Ausrede sein, sich keine Mühe mehr zu geben. Viele Künstler wollen ihr Werk ja gern für sich sprechen lassen, du sprichst gefühlt viel über deine Arbeit, hältst Vorträge. Siehst du dich da als Wegbereiter auch in der Pflicht? Ich sehe mich in der Pflicht und ich sehe auch die Notwendigkeit, diese Bildwelt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Wir sind noch nicht in der Phase, in der solche Bilder von jedem als selbsterklärend wahrgenommen werden können. Außerdem wird über die besondere Bildwelt der computergenerierten Kunst leider sonst auch recht selten von anderen geredet – zumindest wie ich den Diskurs momentan beobachte. Dafür, dass du Kunst mit Computern machst, bist du einigermaßen zurückhaltend auf Instagram aktiv. Keine Lust? Das ist tatsächlich abhängig von meiner Tagesform. Leider empfinde ich es meistens als quälend. Wann oder von wem fühlst du dich als Künstler am besten verstanden? Ich fühle mich meistens am besten verstanden, wenn meine Kunst nicht über ihren technischen Aspekt besprochen wird, sondern über das Bild an sich. Die Erfahrung habe ich häufig mit Leuten, die sich professionell mit Kunstgeschichte befassen, wie zum Beispiel Kuratoren und Galeristen, aber natürlich auch Sammlern (Tim Berresheim: „Le Suaire Digital III (Mort)“, 2019, Harz und Pigmente auf Papier).
(www.gallerytalk.net/double-tap-tim-berresheim/)



Introducing the Helmut Lang x Josephine Meckseper hand-painted Capsule Collection, Inspired by the brand‘s three-striped trucker jacket from 1997
15.07.19 – 13.07.2020, Helmut Lang, New York
Helmut Lang presented its Fall/Winter 2019 show during New York Fashion Week in February, and now the brand has released an additional capsule under the collection as a part of its ongoing artist collaborations. This time around, multimedia artist Josephine Meckseper is spotlighted in a series of hand-painted pieces, referencing the brand’s three-striped trucker jacket from the ’90s as inspiration.
(www.helmutlang.com/)



In memoriam of Friedrich Meckseper. With Josephine Meckseper we honor on the life and work of her beloved father: „My father, the polymath, artist and adventurer, Friedrich Meckseper“
26.06. – 31.12.2019,
The New York-based artist Josephine Meckseper shares personal memories of her father’s life and work. Profoundly interested in physics, astronomy, 19th-century technology and classic literature, my father Friedrich Meckseper set out to read the entire lexica from A-Z as a young man. Early on, during his student years at the Hochschule der Künste in Berlin from 1957-59, he developed and found his unique encyclopedic work method by arranging objects and artifacts in mysterious, timeless spatial configurations. As a pianist and drummer on the side, he opened the first artist run post-war jazz clubs in Berlin during these formative years. In the early 1960s he was invited to do a solo exhibition at Galerie Die Insel in Worpswede, Northern Germany. His friendship with the owner Klaus Pincus, a Jewish collector who barely survived the Holocaust, would last a life time. It was in Worpswede that he met my mother the photographer Barbara Müller, the grand-niece of the Jugendstil artist Heinrich Vogeler, a founding member of the early 20th-century artist colony Worpswede. My father would spend the next 20 years in Worpswede — his most prolific years, filled with museum exhibitions around the world, interrupted only by a year in Rome in 1963 for the German Rome Prize Villa Massimo, and visiting professorships in Reading, UK, Wuppertal, Germany and Salzburg, Austria. Our house was often the center of artist parties frequented by Frank Bowling, Horst Janssen, Friedensreich Hundertwasser, Katharina Sieverding, Die Rixdorfer and Jean Pit Morell and many others. A true inventor and adventurist, Friedrich extended his interest in turn of the century technology into engineering and building his own steamboat, the “James Watt” in 1972-74, the same period he permanently installed a 1913 steam train in our hometown of Worpswede. An avid balloonist, he also crossed the Alps in a balloon multiple times. A particular memory: when the travelling Circus Manzoni was stranded in our hometown after a storm had wrecked their main tent in the 1970s, my father organised a substantial fundraiser to pay for the damages. The circus family became friends and wintered in our hometown with all its animals — including an elephant — for years to come. “Everything is different than what it seems,” was a sentences my father would often declare after a long pause of silence. And in an interview, he pointed out: “The visible world is only one small part of reality. The artist carries much greater abundance within himself than he’s able to represent. He’s pursuing an ever-changing boundary — where only the effect of the moment matters. The stillness of the now at the end of the world.” In Friedrich Meckseper, one of the kindest, most generous and inspiring human beings has left us. My siblings Julia Meckseper, Cornelius Meckseper and I, his entire family, friends, collectors, gallerists and peers miss him tremendously (article: Josephine meckseper, photo: Meckseper family.)
(www.theartnewspaper.com/feature/my-father-the-polymath-artist-and-adventurer-friedrich-meckseper?utm_source=Mailing+list+Josephine&utm_campaign=55fa7f12cd-EMAIL_CAMPAIGN_2018_02_08_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_109c2cbaf6-55fa7f12cd-76290211)



Artikel „In den Top Ten der Exklusiv-Marken. Mit Teppich-Kunst zum internationalen Erfolg: der Bochumer Jan Kath“ von Jens Greinke, Opening in der Galerie Reinhard Hauff: „CARPETBAGGERS“ mit Jan Kath, LELLO//ARNELL, Mark Pearson, Viron Erol Vert. In Zusammenarbeit mit KAMPE | 54 am Freitag, den 17. Mai 2019 von 19 - 22 Uhr
15.04.19 – 01.01.2020, im Westfälischen Anzeiger, NRW am 15.04.2019
Die Produkte von Jan Kath aus Bochum sind international gefragt, liegen in Prominenten-Villen und arabischen Königshäusern. Das Label „Jan Kath“ gehört in Deutschland zu den Top-Ten der Exklusiv-Marken – neben Glashütte, Leica oder Porsche. Bochum - Wenn Jan Kath durch die alte Industrieanlage in Bochum läuft, in der gerade rund 4000 Teppiche lagern, fühlt er sich erkennbar wohl. Es wäre kein Problem für ihn gewesen, das so genannte „Headquarter“ seiner Firma in Berlin-Mitte oder im hippen Kreuzberg zu verorten. Überhaupt keins. Doch das Herz seines kleinen, aber feinen Teppich-Imperiums schlägt in Bochum-Ehrenfeld, mitten in einem Wohngebiet, nebenan steht das Universitäts-Klinikum Bergmannsheil. „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets und genieße es, hier zu leben. Die Art und Weise, wie die Menschen hier miteinander umgehen, spricht mich total an. Ich bin eine direkte Haut“, sagt der 47-Jährige. Jan Kath hat die Bodenhaftung trotz seines märchenhaften Erfolges nicht verloren. Eine ziemlich passende Einstellung für jemanden, der Teppiche herstellt. Oder in seinem Fall: der Teppiche malt. Die Teppiche, die hier in den großen Hallen hängen, sind Gemälde aus tibetischer Hochlandwolle und sehr viel Seide. Manchmal scheint sie wie mit Goldfäden durchwirkt, mal ist der Flor unterschiedlich hoch, so dass sie eine pastöse Wirkung erzielen fast wie ein Bild von Vincent van Gogh. Eigentlich sind sie viel zu schade, um auf ihnen herumzulaufen. Dennoch sagt Kath auf die Frage, ob er seine Teppiche lieber an der Wand oder auf dem Fußboden sieht: „Auf dem Boden.“ Die Teppiche von Jan Kath haben fast immer zwei Ebenen. Sie sind oft eine Fusion aus Tradition und Moderne, bei der das klassische Teppichmuster von einem anderen Thema überlagert wird. „Im Design-Ansatz in unserem Team ist ganz klar erkennbar, dass wir aus dem Ruhrgebiet sind. Wir sind stark beeinflusst von den morbiden Erscheinungsbildern der Industriekultur. Es war die ursprüngliche Idee, den Orientteppich mit der Industriekultur und dem Verfall zu verbinden“, sagt Kath. Manche Teppiche sehen deshalb auf den ersten Blick aus, als seien sie durchgewetzt oder hätten farbige Flecken. Auf den zweiten Blick sind sie wunderschön. Und sehr edel. Mittlerweile gibt es gut 20 verschiedene Kollektionen, die Kath mit seinem Team entworfen hat. Sie heißen „Jungle“, „Heiter bis wolkig“ oder „Spacecrafted“, jede Kollektion behandelt ihr eigenes Thema. Ein großer Erfolg ist die Serie „Erased Heritage“. „Das sind Teppiche, die eine Fusion eingegangen sind zwischen ganz alten traditionellen Mutterstücken und der Moderne. Wir haben für diese traditionellen Teppiche eine zweite Ebene geschaffen, eine zweite Schablone. Wobei: Diese wird nicht im Nachgang aufgebracht, sondern ist Teil des ursprünglichen Produktionsvorgangs. Das ist ganz wichtig“, erzählt Kath. Der Werdegang des 47-Jährigen ist auch aus pädagogischer Sicht eine hoch spannende Geschichte. Eine Geschichte davon, wohin es führen kann, wenn die Eltern ihrem Sohn den maximalen Freiraum lassen. Wenn Kath an seine Jahre als Heranwachsender zurückdenkt, dann spricht er von einer „starken Sturm- und Drangperiode“. In die Fußstapfen seines Vaters, der einen angesehenen Teppichhandel in zweiter Generation führt, möchte er partout nicht treten. Und er ist konsequent. Er bricht die Lehre als Einzelhandelskaufmann ab und zieht in die Welt. „Ich hatte keinen Bock mehr darauf.“ Er reist als Backpacker nach Indien, nach Nepal und nach Tibet. „Mit einem sehr leichten und kleinen Rucksack“, wie er sagt. Mit möglichst wenig Ballast. In Indien tritt er unter anderem als Veranstalter von Techno-Partys auf. „Das war aber auch eine sehr anstrengende Zeit in jeglicher Hinsicht, muss ich heute sagen“, so Kath. Wenn er von seiner Zeit in Indien erzählt, klingt es ein wenig nach Bewusstseinserweiterung. Er reiste weiter nach Kathmandu, wo er auf der Straße zufällig einen ehemaligen Lieferanten seines Vaters traf. Wobei: Zufall? „Ich glaube, ehrlich gesagt, gar nicht so an Zufälle. Irgendwie war es Schicksal“, sagt Kath: „Der Lieferant hat mich dann zu einem echten Espresso eingeladen, der damals eine Rarität in Kathmandu war. Er hat mir seine Geschichte erzählt und dabei kam heraus, dass er, nun ja, nach einem Nachfolger suchte. Er wollte nicht weiter in Nepal leben, ich wiederum wollte noch nicht zurück nach Europa.“ So habe sich „die Sache“ schließlich ergeben, 1996 übernahm Jan Kath die Werkstatt in Kathmandu mit 300 Arbeitern. Er war 24 Jahre alt. „Ich bin bis heute meiner Mutter Ruth und meinem Vater sehr, sehr dankbar, dass er mich an der ganz, ganz langen Leine gelassen hat“, sagt Kath: „Ich glaube, dass ich damals Dinge machen konnte, die mein Vater immer machen wollte, aber nicht gedurft hatte.“ So gab es nie einen Bruch mit Kath senior, auch nicht, als der Sohn seine Lehre im elterlichen Betrieb abbrach. Ganz im Gegenteil: Der Senior ermöglichte Jan Kath später den Sprung ins Gewerbe, als er ihm für den Kauf der Teppich-Werkstatt vorzeitig sein Erbe zur Verfügung stellte. Wenn Jan Kath heute von seinem Vater, der vor zwei Jahren verstarb, spricht, nennt er diesen oft „meinen großen Lehrer“. Mit ebenso großer Hochachtung spricht er von seiner Mutter Ruth, die heute gemeinsam mit Jan und seinem Bruder David der Geschäftsführung des Bochumer Unternehmens angehört. Als nepalesischer Teppich-Produzent orientierte sich Kath zunächst auf die gängigen Muster und Designs. „Wir hatten noch keine eigene Handschrift“, sagt er. Außerdem schien sich Ende der 1990er Jahr die Zeit der Teppiche dem Ende zuzuneigen. „Die Menschen hatten gar kein Interesse an Teppichen“, erinnert sich der 47-Jährige. Also wagte er etwas Neues. 1999 kratzte er für ein Foto-Shooting in der Zeche Zollverein in Essen „die letzten Kröten“ zusammen, investierte 25.000 Mark für den Fotografen und den Katalog und inszenierte seine Teppiche in einer Industrie-Ruine. Das Design seiner Stücke war der Umgebung angepasst. Kath gestaltete sozusagen Teppiche, die vom Stil her in die zerfallenen Hallen der Ruhrgebietszechen passten. Und hatte damit einen Nerv getroffen. „Das Ding ging durch die Decke“, erinnert sich Kath. Seine Kreationen wurden international wahrgenommen. Und zwar nicht nur als Teppiche, sondern auch als Statement in der Kunstwelt. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Es war ein bisschen ein Schock für uns. Ein toller Schock“, sagt Kath. Danach habe sich „alle Welt auf uns“ gestürzt. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Die Marke „Jan Kath“ ist ein Synonym für exklusive und hochwertige Teppiche geworden. In Deutschland existieren mittlerweile „Showrooms“ in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln und München, dazu kommen drei weitere in New York, Vancouver und Toronto. Zudem existiert ein weltweites Händlernetz. In Kürze will sich Jan Kath dem asiatischen Markt mit Schwerpunkt China zuwenden. Die Jan-Kath-Teppiche liegen in den Villen von Prominenten, in arabischen Königshäusern und auf Luxusyachten. Ex-US-Präsident Bill Clinton gehört ebenso zu den Kunden wie Anthony Kiedis von den Red Hot Chilli Peppers. Für die Hochzeit von Fürst Albert II. von Monaco mit Charlène Wittstock wurde 2011 nach dem speziellen Tuft-Verfahren ein 103 Meter langer roter Teppich produziert, der 1,3 Tonnen wog. Kaths Antrieb ist in all den Jahren derselbe geblieben: „Ich will schöne Sachen für tolle Leute machen“, sagt er. Und zu den tollen Leuten gehören nicht nur Stars und Fürsten, ganz im Gegenteil. „Wenn eine Frau Müller von nebenan zu uns kommt und sich einen dieser Teppiche gönnt, finde ich es viel, viel spannender. Viel spannender, als wenn irgendwo auf der Welt jemand mit dem Finger schnippt und sagt; Bring’ mir mal!“, sagt Kath. Da ist sie wieder, die Bodenhaftung. Jan Kath käme wohl niemals auf die Idee abzuheben. Selbst, falls er eines Tages auf die Idee kommen sollte, fliegende Teppiche zu produzieren (Foto: Jan Kath © Jens Greinke).
(www.wa.de/nordrhein-westfalen/teppich-kunst-internationalen-erfolg-kath-bochum-12193191.html)



Interview: „Linda Ginsberg, New York, United States“ with works by Anne-Lise Coste, “My grandmother left her other grandchildren money but I got these sculptures – the sweeter deal.“
28.01.19 – 29.02.2032, Linda Ginsberg, New York, United States
Passionate New York art collector Linda Ginsberg is the founder of an elite legal recruiting firm focusing on partners in law firms. She tells us about supporting starving artists and keeping provocative artwork under the bed! FAM (fineartmultiple magazine): The blue color that your apartment is painted in is very striking. What provoked this aesthetic decision? Linda Ginsberg: In 2001 when I bought my very first apartment of my own, I thought white stood for “rental”, so for me a different color constituted ownership. When I told my decorator I wanted a color, he said “Great, what’s your favorite color?” I said blue, but I can’t have a blue apartment. And he said: “Why not? Make it blue”. So I did. That was 15 years ago. Today I would definitely paint the apartment white but my kids won’t let me! They identify it as home—and can see when I am home from about a mile away as the blue lights at night are a beacon in the neighborhood. FAM: When did you start collecting art? Linda Ginsberg: I first became a collector in 2003, when I started to become successful as a recruiter. FAM: What’s your favorite work that you have up now in the apartment? Linda Ginsberg: I’m a bad rotator, even though I have tons in storage. But I’m attached to everything here. My most sentimental pieces are these two sound sculptures by Harry Bertoia, an Italian artist who worked in the US and is best known for his ubiquitous wire chairs. My grandmother bought them from the artist himself in the 70s and when I was growing up she would let us touch them. As a kid it feels subversive to be able to touch art—and the very purpose of these is to “boing” them together so that they make this chiming sound. When my grandmother died she left her other grandchildren money but I got these sculptures—which I think was the sweeter deal. These days, when I “boing” them in my apartment I always look up, say hello, and can hear her laughing in delight. FAM: Do you have any works of a political nature? Linda Ginsberg: Yes, I am a huge fan of the French artist Anne-Lise Coste’s work. She combines poetry with protest and comments on political and personal issues with a rebellious honesty. Her style often reminds me of street graffiti, but she uses airbrush, pencils, pastels, markers and watercolors to give her gestures permanence by materializing them on paper or canvas. Her work does not follow any rules and yet there is a harmony and delicateness to it. I own more of Anne-Lise’s work than that of any other artist and it is all different. Her range is vast. But if you know her, you can follow the thought line from this Picasso-like portrait to this brilliant Lee Ufan in France to perhaps her purist text piece, Poem. If I collected works from no other artist, I would still have an amazingly diverse collection. FAM: Could you tell us something about this site-specific work above your television? Linda Ginsberg: Everybody gravitates to that. It is by Harold Ancart, a young Belgian artist. He was the first “starving artist” that I befriended, and I believe this is the first piece he sold in the US. After visiting his studio I knew I wanted something site-specific but wasn’t sure what or where. One night as I sat on the couch looking at that corner I knew instantly where the work needed to go. It is basically pigment thrown against the wall, and the piece has this light touch. His other work has more pigment but in 2011 Harold was young and new at installing in people’s houses, and was sweetly concerned about messing up the apartment. FAM: Do you have a preference for supporting “starving artists”? Linda Ginsberg: I go back and forth. On the one hand, I love supporting young artists. I’ve met almost every artist that I’ve bought work from and they are fascinating people—some have even become dear friends! But on the other hand, living the struggles they face to advance their career can be tough, right? The art world is tough. It’s like what Ernest Hemingway said about bullfighting: “It was not nice to watch if you cared anything about the person who was doing it.” On the other hand, I recently bought my first piece by a dead artist (a series of 30 prints by Agnes Martin) and felt bad about it, because I’m not supporting the artist with this purchase. I love the work, have tremendous admiration for the artist, but she gets no lift from my buying it. So yes, we can say I care deeply about artists. FAM: That’s a fun and somehow welcoming piece you have up in the kitchen next to the fridge. Can you tell us about it? Linda Ginsberg: Yes, that’s by Adam McEwen, a British artist who I met at a group dinner and instantly thought was terrific. He did a series of these shop signs, but this was the most aggressive. Initially I wanted to buy one of the signs, but not this one because I had young sons at that point and could not even say the word in front of them, let alone hang a sign of it. The gallerists insisted that this was THE one to buy, so I bought it and it stayed under the bed for four years. When I pulled it out, my kids were intrigued but wary of whether it being art made it OK. Now it’s just part of us and has entirely ceased to be provocative. FAM: Your kids have art in their rooms as well. Are they collectors? Linda Ginsberg: My kids appreciate the art and have selected pieces they admire. They now give tours of our collection and “boing” the Bertoias for their friends. Once on vacation we bought a Damien Hirst print for each kid as their first investment in art. One of my kids proudly displays a little Jeff Koons balloon dog sculpture which we bought for $300 and now sells at auction for an additional digit. One of my favorite pieces in this apartment is this cardboard piece that was made by my then eight year old son, a Duchampian homage. I feel like it holds up in this room. Interview by Ksenia M. Soboleva (image: a portrait of Linda Ginsberg by Anne-Lise Coste. © Linda Green.)
(fineartmultiple.com/blog/linda-ginsberg)



Herzlichen Glückwunsch Thomas Locher!
08.02.17 – 08.02.2022, HGB Leipzig – Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Der Erweiterte Senat der HGB Leipzig hat gestern (08.02.2017) den Künstler Thomas Locher zum neuen Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig gewählt. Die Amtszeit des neuen Rektors beträgt fünf Jahre. Thomas Locher löst mit seiner Wahl Prof. Dr. Ana Dimke ab, die seit 2011 Rektorin der HGB war und zum 1. April 2016 aus persönlichen Gründen aus dem Amt ausgeschied. „Ich bin sehr glücklich über die Wahl! Mich ehrt das entgegengebrachte Vertrauen, das ich unbedingt zurück geben möchte“, sagte Thomas Locher nach der Wahl. „Ich freue mich auf interessante und produktive Jahre mit den Studierenden und den KollegInnen an der HGB Leipzig.“ Thomas Locher, geboren 1956 in Munderkingen, ist Künstler. Von 1979 bis 1985 studierte er an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1981 bis 1985 an der Universität Stuttgart. Locher lehrte international an Kunstakademien, Fachhochschulen und Universitäten (Merzakademie Stuttgart, Technische Universität Wien) und war von 2008 bis 2016 Professor an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Thomas Locher ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Er lebte von 1986 bis 2000 in Köln, arbeitet und lebt nun in Berlin und Kopenhagen. Thomas Locher stellte weltweit aus, u. a. in der Tate Gallery, Liverpool (1989), im Museum of Contemporary Art, Sidney (1992), im Museum of Modern Art, Saitama/Japan (1994), in den Deichtorhallen, Hamburg (2004) und im Museum of Modern Art, New York (2006). Lochers Arbeiten sind heute in großen öffentlichen Sammlungen vertreten, wie im Museu d’Art Contemporani de Barcelona, im Museum of Modern Art, New York, in der Vancouver Art Gallery, in der Grafischen Sammlung Albertina, Wien und in der Staatsgalerie Stuttgart. Foto: Erich Malter
(www.hgb-leipzig.de/)



Film: 15 Jahre Freundeskreis des Kunstmuseum Stuttgart, 2018
01.01.03 – 01.01.2033, Kunstmuseum Stuttgart
Reinhard Hauff spricht über die Zeichnungen von Thomas Müller, die sich im Besitz des Kunstmuseum Stuttgart befinden.
(www.kunstmuseum-stuttgart.de/index.php?site=Videos;Videos_Details&id=48)