THOMAS LOCHER. inside/outside/, outside/inside. 13.11.2020 – 22.01.2021 

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit inside/outside, outside/inside, die achte Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Thomas Locher (*1956) ankündigen zu dürfen.

HANG
Das Hängen ist nicht abgeschlossen, die Schrifttafeln können immer wieder neu im Bildraum platziert werden. Sie sind angehängt, ihre Bedeutung ist angehängt.

PLASTIZITÄT/PLASTICITY
Das Subjekt erhält seine eigene Form, aber niemals passiv – es formt das, wodurch es geformt wird (Catherine Malabou, Philosophie Magazin 01/2015, S. 70).

LUMPEN
Der Lumpen sind ein textiler Rohstoff und eine politische Kategorie. Brecht setzt den Verweis auf Lumpen als Störung des bürgerlichen Theaters ein.

ZIEGELSTEINE/BRICKS
Ziegelsteine sind zusammengesetzte Steine, die zugleich in der Zusammensetzung – als Mauer oder Bauwerk – wirken. Ihre Haptik ergibt sich durch das Gewebe, das Muster, die Textur.

TOUCH
And there is a charge, a very large charge,
For a word or a touch
Or a bit of blood

(Lady Lazarus (Ariel), Sylvia Plath, 1962)

FRAME
Der Rahmen ist Grenze und Rand. Er unterscheidet zwischen Innen und Außen, zwischen Oben und Unten, zwischen Seiten, Tiefen und der Zeit. Und stellt mir die Frage: was diese Grenze ausmacht … für mich und für andere?

GRID
The grid's mythic power is that it makes us able to think we are dealing with materialism (or sometimes science, or logic) while at the same time it provides us with a release into belief (or illusion, or fiction). The work of Reinhardt or Agnes Martin would be instances of this power. And one of the important sources of this power is the way the grid is, as I said before, so stridently modern to look at, seeming to have left no place of refuge, no room on the face of it, for vestiges of the nineteenth century to hide (Rosalind Krauss, Grids, October, Vol. 9, Summer, 1979, p. 50-64.)

Thomas Locher (*1956 in Munderkingen, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland. Er ist Künstler und seit 2017 Rektor der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seine Text-Bild-Kompositionen und die raumgreifenden Wandarbeiten, Gestelle und Installationen zählen zu einer Praxis der Dekonstruktion und des Konzeptualismus, insbesondere des Neo-Konzepts und der Kontext-Kunst; sie verstehen sich explizit als Beiträge eines erweiterten Verständnisses der Institutionskritik. Hierfür stehen insbesondere Arbeiten zu den Grundrechten im Grundgesetz oder auch den Menschenrechten, zu Fragen von Öffentlichkeit, Tausch und Gabe sowie Gemeinschaft und grammatikalischer Ordnungen. Dabei zeigen Supplements, der Einsatz ergänzender, erweiternder und subvertierender Zusätze, und Sprache zum einen auf die Unmöglichkeit und Möglichkeit der Repräsentation. Zum anderen bestehen die Montagen auf eine Unabgeschlossenheit. Die Arbeiten von Thomas Locher wurden weltweit in zahlreichen Institutionen ausgestellt und sind in öffentlichen und privaten Sammlungen wie unter anderem der des Museum of Modern Art, New York, des Museum Boijmans van Beuningen Rotterdam, der Bayerischen Staatsgemäldesammlung München, der Staatsgalerie Stuttgart, des Kunstmuseum Stuttgart oder des mumok, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien vertreten. Aktuelle Ausstellungsprojekte umfassen u.a. „Homo Oeconomicus“, Secession Wien (2013), „Post-Information“, Silberkuppe Berlin (2015) und „To expose, to show, to demonstrate, to inform, to offer – Künstlerische Praktiken um 1990“, mumok Wien (2015). Locher lehrte international an Kunstakademien, Fachhochschulen und Universitäten (u.a. Merz Akademie Stuttgart, Zeppelin-Universität und Technische Universität Wien) und war von 2008 bis 2016 Professor an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen (Text: Thomas Locher).

Zum Soft Opening
laden wir Sie herzlich am Freitag, den 13. November 2020, von 14 bis 21 Uhr ein.