JULIO RONDO. Terribly so. 24.04.2020 – 12.06.2020 

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Terribly so, wenn man den Titel von Julio Rondos Einzelausstellung googelt, stößt man auf einen Clip von Howe Gelb (2016) auf einem Roadtrip durch Arizona. Eine magische Wüstenlandschaft fächert sich vor einem auf. Verschrobener Rhythm and Blues – die Luft vibriert, die Stimmung melancholisch – eben Terribly so. Am Ende des Clips wird dem Standard Blank Book handschriftlich ein FUTURES vorangestellt.

Julio Rondo und mich verbindet eine sehr lange Zusammenarbeit, auch lange vor der Eröffnung der Galerie, schon, als Rondo sich 1986 entschloss neben seiner Lehrtätigkeit an der Merz Akademie seine Arbeit als freier Künstler wieder aufzunehmen, die er in den ersten Jahren der Gründung, der heute staatlich anerkannten Hochschule, ruhen ließ. Der Zeitraum von 30 Jahren ist durch fundamentale Veränderungen im Gefüge der Welt gekennzeichnet. Die geopolitische Lage hat sich vom bipolaren zu einem multizentrischen Kräfteverhältnis verschoben und die rasend fortschreitende Digitalisierung hat entscheidenden Einfluss auf politische und sozialpolitische Entwicklungen. Vieles ist auch von Hoffnung geprägt und lässt uns trotzdem zu oft ratlos am Rande stehen – eben
Terribly so. Alledem zum Trotz versuchen wir die Future Standards zu entschlüsseln and we pretend to understand. Aber das Blank Book bleibt zumeist doch was es ist – blank.

Julio Rondos Bilder sind von einer vibrierenden Farbigkeit geprägt, die sich in dieser Intensität nur in der ihm eigenen und seit dem Neuanfang konsequent verfolgten Technik erzielen lässt, in dem er seine Kompositionen auf zwei Bildträgern gleichzeitig entwickelt und Licht zwischen den einen, das Glas, und den anderen, den Hintergrund fallen lässt und die Farben zum leuchten bringt. So gelingt es Julio Rondo uns mit seinen abstrakten Werken gleichwohl nach Arizona, aber vielleicht auch nach Australien,
and may be even on the coast zu entführen (Text: Reinhard Hauff).

Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich am
Freitag, den 24. April 2020, von 19 bis 22 Uhr zu Bier und Wein ein.