WOLFGANG FLAD. Butterfly Effect. 08.02.2019 – 15.03.2019

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit Butterfly Effect, die vierte Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Wolfgang Flad präsentieren zu dürfen. Butterfly Effect verweist auf ein einschneidendes Ereignis Ende 2018, bei dem der Künstler vor seinem Atelier mit einem Butterfly – einem Klappmesser – bedroht wurde. Flad setzt sich aufgrund dessen in seiner Stuttgarter Präsentation intensiv mit dieser traumatischen Erfahrung auseinander. Das Ausklappen des Butterflys hat er, wie in einem Film, in Zeitlupe vor seinem inneren Auge wahrgenommen. Die Zusammenhänge, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte, brachten ihn auf die Idee des Butterfly Effects – eine Theorie, die ursprünglich von Edward Norton Lorenz, einem US-amerikanischen Mathematiker und Meteorologen, der als Wegbereiter der Chaostheorie gilt, stammt. Die Theorie besagt, dass ein einfacher Flügelschlag eines Schmetterlings in der Lage ist, unter bestimmten Umständen, auf einem anderen Teil der Erde einen Tornado auszulösen und somit die Macht besitzt ein unvorhersehbares und katastrophales Ereignis herbeizuführen. Minimale Unterschiede in den Anfangsbedingungen und geringfügige Einflüsse im Ereignisverlauf können das Ergebnis am Ende entscheidend verändern.

Indem man die Theorie des Butterfly Effects nun auf die künstlerische Arbeit von Wolfgang Flad überträgt, wird einem bewusst, dass seine Skulpturen, Reliefe sowie Installationen in ihrer künstlerischen Idee, wie auch in ihrem Entstehungsprozess einander bedingen, denn seine Arbeiten entstehen aus der Idee des Recycelns. Er entwickelt sie aus bereits gebrauchten Werkstoffen wie Holz und Pappmaché aus Skizzen, Aufzeichnungen sowie kunsthistorischen Texten, dekonstruiert diese in manchen Fällen auch wieder und integriert bestimmte Teile alter Arbeiten in seinen neu entwickelten. Demnach weist Flads künstlerische Arbeit in ihrem ganzheitlichen Bild einen nicht zu unterschätzenden Zusammenhang auf, denn das Neue bedingt in Teilen das bisher Dagewesene. In manchen Arbeiten entdeckt der Künstler verschiedene Formelemente, die er in seinem gerade im Entstehungsprozess befindlichen Werk einbinden möchte. Die frühere Arbeit löst somit im Künstler einen intensiven Impuls aus, das Werk dekonstruieren zu wollen, um es zu einem anderen Ergebnis hinzuführen. Ergo würde es das neu entstandene nicht ohne das schon vor langer Zeit entwickelte Werk geben.

In
Butterfly Effect präsentiert Flad Aluminiumreliefs sowie Skulpturen, die kleine experimentelle Modelle seiner großen Installationen sind und folglich auf den Entwicklungsprozess seiner künstlerischen Werkentstehung verweisen. Daraus ergibt sich in Flads Œuvre eine Dimensionsverschiebung, da die kleinen Strukturen seine großen Skulpturen sowie Installationen stützen. Flads Werke könnten daher mit neuronalen Netzen oder Pilzgeflechten in Pflanzensystemen, die untereinander Vernetzungen und Zusammenhänge her- und darstellen, verglichen werden (Text: Cornelia Schuster).

Wolfgang Flad (*1974 in Reutlingen, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Sein Werk wurde weltweit in zahlreichen Institutionen ausgestellt und ist in den öffentlichen Sammlungen des Kunstmuseum Stuttgart, des Kunsthaus Zürich, des Centraal Museum, Utrecht sowie im Tampa Museum of Art, USA vertreten.
 
Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich am
Freitag, den 08. Februar 2019, von 19 bis 22 Uhr zu Bier und Wein ein.