MARC BIJL. After Dark. 09.11.2018 – 25.01.2019

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit After Dark, die zweite Einzelausstellung des holländischen Künstlers Marc Bijl (*1970 in Leerdam, Niederlande) präsentieren zu dürfen. Bijl setzt sich in seinen Skulpturen, Malereien und Interventionen intensiv mit gesellschaftlichen Strukturen, politischen Ereignissen und der Wahrnehmung sozialer Regelsysteme im öffentlichen Raum auseinander. Bei Bijls neuesten Arbeiten handelt es sich um abstrakte pulverbeschichtete Malereien auf Aluminium, die in einem aufwendigen industriellen Verfahren hergestellt wurden. Den Ausstellungstitel After Dark zieht Bijl in seiner Stuttgarter Präsentation wie einen roten Faden durch seine Farb- und Lichtinstallationen in den Galerieräumen über die 80er-Jahre-Retromotivik seiner Aluminiumwerke bis hin zu der Musikikone Prince und zu computergenerierten Fachbegriffen. Der Künstler versetzt den Betrachter in die 80er Jahre zurück, indem er die Ausstellungsräume in ein Farben- und Lichtspiel aus Grün, Magenta sowie Blau taucht, um ihn glauben zu lassen, er befinde sich im Privatclub After Dark von Prince. Bijl verweist ebenso auf seiner gleichnamigen pulverbeschichteten Aluminiumarbeit After Dark von 2016 auf eines der letzten Fotos von Prince, die in seinem Club After Dark aufgenommen wurden. Er zeigt die Musikikone der 80er Jahre modifiziert, kaum erkennbar, in unscharfen, schemenhaften und verschwommen Zügen, ähnelnd einem „Glitch“ in Computerspielen – einer „kleinen Störung“ im Spielverlauf, die für den Spieler, nur mit dem Wissen über den „Glitch“, einen Spielvorteil in sich birgt. Einer der bekanntesten und einflussreichsten Bildschirmschoner, der ebenfalls in den 80er Jahren mit der weltweit ersten kommerziellen Bildschirmschonerserie für den Macintosh von Apple entwickelt wurde, trägt ebenfalls den Titel After Dark.

Bijl beamt uns in ein anderes Raum-Zeit-Kontinuum – in eine Art Endzeitromantik der 80er Jahre. Ein riesiger
Ikosaeder im nebeldurchfluteten Raum schwebt als leuchtende Neonskulptur über den Köpfen der Besucher. Alles erinnert an Zurück in die Zukunft, an Computerspiele, die Neonfarben, den Kalten Krieg und das damit einhergehende Endzeitgefühl der 80er Jahre, aufgrund der täglich drohenden Nachricht eines globalen Nuklearkriegs zwischen den USA und der Sowjetunion. Bijl konstruiert mit seinen Farbbomben sowie Licht- und Rauminstallationen eine Ausstellungssituation, als würde die Bedrohung des Atom- und Computerzeitalters gerade erst vor uns liegen und die Angst sowie die Kultivierung derer uns zumnehmend einnehmen. Der Endzeitgedanke mündet in der Frage, die damals wie heute jeden beschäftigt: Wird es die Welt, so wie wir sie heute kennen, morgen noch geben?

Marc Bijl lebt und arbeitet in Berlin. Er hatte weltweit in folgenden Institutionen Einzelausstellungen, darunter das Groninger Museum (2012), die Kunsthalle Fridericianum, Kassel (2009), das DA2 Domus Artium 2002, Salamanca (2009), das Gem Museum, Den Haag (2005) und das Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2002). Bedeutende Gruppenausstellungen waren unter anderem im Stedelijk Museum, Amsterdam; im Van Abbemuseum, Eindhoven; im Rijksmuseum Twenthe, Enschede; im Groninger Museum; im Cobra Museum, Amstelveen; im Hamburger Bahnhof, Berlin; im Kunstmuseum St. Gallen; in der Kunsthalle Fridericianum, Kassel; im Kunstmuseum Bonn und im MUSAC – Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León, León. International ist Bijl in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das Stedelijk Museum, Amsterdam; das Groninger Museum; das FRAC Nord-Pas de Calais, Dunkerque, Frankreich; die Sammlung MUSAC MUSAC – Museo de Arte Contemporáneo de Castilla y León, León; die Sammlung HVCCA (Hudson Valley Center for Contemporary Art), New York; die Sammlung des Kunstmuseum Stuttgart; die Sammlung Gemeentemuseum, Den Haag; die KRC Collection, Voorschoten, Niederlande und die D. Daskalopoulos Collection, Halandri, Griechenland.

Zur Ausstellungseröffnung mit
DJ Roberto Auser laden wir Sie herzlich am Freitag, den 09. November 2018, ab 19 Uhr zu Bier, Wein und Pizza ein.