LELLO//ARNELL. Poems for Infrastructure. 23.09.2017 – 03.11.2017

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit Poems for Infrastructure, die zweite Einzelausstellung des in Oslo lebenden Künstlerduos LELLO//ARNELL ankündigen zu dürfen. Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell arbeiten seit 2003 zusammen und nutzen in ihrer Logik gebrochene Gedankenstränge, falsche Behauptungen und erfundene Szenarien in ihrer Untersuchung wie die Welt interpretiert und verstanden werden kann. Die Konzeption der Weltanschauung ist ein Schwerpunkt ihres konzeptionellen Projektes.

Ein gemeinsamer Rahmen für die Betrachtung der Welt ist von wesentlicher Bedeutung, um eine funktionierende Beziehung, eine Zusammenarbeit oder eine Zivilisation aufrechtzuerhalten. Die Infrastruktur, die unsere Systeme unterstützt, bleibt verborgen und unbekannt, sofern sie nicht am erodieren ist sowie an ihren Nähten zu platzen beginnt. In einer Zeit, in der die Plastizität der Wahrheit und des Wirklichen in einen nahezu fließenden Zustand übergegangen ist, haben die Künstler ihre Praxis umgekehrt, vielleicht weil sie versuchen, den immateriellen Rahmen – auch die Seele – ihres Œuvres zu lokalisieren. Schockiert durch ihre Selbstbeobachtung, haben sie in einer mühsamen beinahe manischen Vorgehensweise frühere Kunstwerke und Komponenten, Materialproben und überschüssige sowie beliebige Objekte in ihrem Künstlerstudio untersucht und verarbeitet. Jeder Gegenstand wurde fotografiert und katalogisiert, danach dekonstruiert und wiederaufbereitet, bevor er schließlich auf MDF-Platten montiert und archiviert wurde.


Ein Vergleich dieser Gruppe von Arbeiten mit der globalen Krise der westlichen Demokratien mag völlig übertrieben sein.
Poems for Infrastructure ist kein politisches Manuskript – kein visuelles Manifest einer Ära von Zweifeln und Unsicherheit. Es ist jedoch ein Lob der Rahmenbedingungen und gleichzeitig eine Würdigung der künstlerischen und kulturellen Zusammenarbeit.

LELLO//ARNELL (Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell, *1978) sind in den öffentlichen Sammlungen des Astrup Fearnley Museums of Modern Art in Oslo, des Sørlandets Kunstmuseums (SKMU) in Kristiansand, dem International Centre of Graphic Arts (MGLC) in Ljubljana/Slowenien und der Statoil Art Collection vertreten. Sie haben große öffentliche Aufträge – Kunst am Bau-Projekte – für den Hauptbahnhof in Oslo (2017), die Haugenstua Schule in Oslo (2016), das neue Regionalkrankenhaus in Østfold (2015), die Universität in Oslo (2013), die Norwegian School of Economics in Bergen (2012), das INSPIRIA Science Center in Sarpsborg (2011) sowie das Norwegian Defence Research Establishment (FFI) in Lillestrøm (2010) verwirklicht.

Poems for Infrastructure eröffnet zusammen mit dem ART ALARM 2017. Daher laden wir Sie herzlich am Samstag, den 23. September 2017, von 11 bis 21 Uhr zu Wein und Bier ein.