THOMAS LOCHER. Dead Letters. Living Words. Dying Metaphors. graft, press, hang. 03.02.2017 – 17.03.2017

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Die Galerie Reinhard Hauff freut sich mit Dead Letters. Living Words. Dying Metaphors. graft, press, hang, die siebte Einzelausstellung des in Berlin lebenden Künstlers Thomas Locher (*1956) ankündigen zu dürfen. Locher untersucht in seiner künstlerischen Arbeit die Funktionsweise, den Gebrauch und die poetische Wirkung von Sprache. Das zentrale Motiv seiner diesjährigen Arbeiten in unseren Räumen sind die Buchstaben und ihre Bedeutung. Der Buchstabe ist für ihn radikal und somit Diskurseffekt. Ferner beschäftigt er sich mit den unterschiedlichen Methoden, die sich vordergründig mit den im Ausstellungstitel aufgeführten Verben pfropfen, drücken und hängen (graft, press, hang) bildlich darstellen lassen. Das Pfropfen verkörpert Locher zum Beispiel durch eine Pfropfzange, die normalerweise für die Veredelung von Pflanzen eingesetzt wird – das Bild und die Metapher zu seiner textuellen Methode. Pfropfen bedeutet im Zusammenhang mit seiner künstlerischen Arbeit Zusammenfügen, Ineinandersetzen von Buchstaben und Texten oder auch anderen Materialien, die bereits alleinig für sich existieren und nun durch seine Methode zu neuen Figuren des Wissens verschmelzen. Locher präsentiert gepfropfte Körper. Gepfropfte Objekte. Es geht ihm um Praktiken. Praktiken des Verbindens und Lösens, des Hängens, Anhängens und Umhängens. Um Schrift und Schreiben, um die Vereinbarkeit und Unvereinbarkeit von Texten sowie von Texten und Bildern.
Locher strebt das Ineinanderfallen von Text und Bild in seinen Werken an, wie in seinen Reliefs der Serie
PLAY oder in seinen aus hochspiegelndem Edelstahl gefalzten Bildkörpern, auf denen die Spuren von Bildern als Buchstaben oder geometrischen Formen aufgehängt werden können und gleichzeitig das Spiegelbild des Betrachters brechen. PLAY ist eine Serie über die Spur und über das Zusammenfügen von Texten, die einer unterschiedlichen inhaltlichen wie formalen Ordnung angehören. Das gespiegelte L in PLAY verweist auf ein Zeichen und lotet die Grenzen aus, an der die Lesbarkeit und das bloße Sehen des Wortes PLAY zusammen- oder auseinanderfallen.

Zur Ausstellungseröffnung laden wir Sie herzlich am
Freitag, den 03. Februar 2017, von 19 bis 22 Uhr zu Gin Tonic, großzügig gesponsert von Edelbrand Stauffenberg Dry Gin, ein.