ANNE-LISE COSTE. L‘art de la joie, 1967-1976, Goliarda Sapienza. 05.02.2016 – 24.03.2016

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Anne-Lise Coste wurde 1973 in Marseille geboren und lebt und arbeitet in Frankreich. Stellte unter anderem im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Santander / Spanien, Im Museo Serralves in Porto, im Museum Boijmans van Beunungen, Rotterdam in der Susanne Hilberry Gallery, Detroit, der Anton Kern Gallery und der Nicole Klagsbrun Gallery, New York, in der Galerie Gregor Staiger, bei Karma International und im Kunsthaus Zürich, Zürich aus. Wiederholt stellte sie bei Ellen de Bruijne, Amsterdam, Lullin+Ferrari, Zurich und bei Noguerras Blanchard, Barcelona und Madrid, aus. “Lárt de la joie... “ ist die sechste Einzelausstellung in der Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart.

L´art de la joie, das lange unveröffentlichte Meisterwerk der italienischen Schriftstellerin und Schauspielerin Goliarda Sapienza inspirierte Anne-Lise Coste zu ihren jüngsten Arbeiten. Der Lebenslauf der Heldin mit dem unpassenden Namen Modesta führt aus einfachsten Verhältnissen stammend bis an die Spitze eines Adelsgeschlechts wodurch sie endlich in die Lage versetzt wird, mit den überkommenen, verkrusteten Strukturen der sizilianischen Gesellschaft zu brechen und zu denken was sie will, zu lieben, wen sie will und zu kämpfen, wofür sie will.

Ihre Rolle als Künstlerin, in einer bis in die jüngste Zeit maskulin dominierten Szene, ist von Anfang an ein Zentrales Thema in
Anne-Lise Costes Werken, in denen Text, Poesie und Bildmotive gleichberechtigt nebeneinander stehen, sich überlagern und sich zu einem komplexen Overall zur Erklärung und Verzweiflung (an) der Welt verwebt. Politische, Geopolitische aber vielfach auch sehr persönlichen Anliegen, wie Einsamkeit oder schonungslose Selbstkritik wechseln sich in schneller Folge, oft innerhalb ein und desselben Werkes. Auch Freude, Begeisterung, Leidenschaft, Hoffnung und Humor. Dabei folgt sie keinerlei Regeln oder Einschränkungen stilistischer oder technischer Natur. Anne-Lise Coste subsumierte jene Werkgruppen unter „„Writings and Other Forms of Life“.

Beim Betreten der Galerie fallen zunächst eine bunte Reihe von Stillleben auf die, an Werbung von Südfrucht und Kolonialwarenhändler der Jahrhundertwende erinnern. Überschrieben mit Namen von Ländern aus der zweiten und dritten Welt und einer Zusammenstellung von Früchten und Objekten darunter, die sich auf den ersten Blick von Land zu Land nicht sonderlich unterscheiden. Genau hier ist die Botschaft der Serie zu vermuten, die Grundlegenden Bedürfnisse sind überall die Gleichen. Bei genauerer Betrachtung fallen uns in einer weiteren Gruppe von Kompositionen kunsthistorische Zitate insbesondere Giorgio Morandis ins Auge die von der Künstlerin als unzerbrechbares Glas und Keramik bezeichnet wurden und auf persönliche Sehnsucht nach Sicherheit und Einfachheit verweisen. Häufig sind die Gefäße mit blauer Flüssigkeit gefüllt, der Farbe der in
Anne-Lise Costes Arbeiten und Ausstellungen aus unterschiedlichen Intensionen wiederholt eine zentrale Rolle zugedacht ist z.B als Referenz an Ihre Herkunft (bleu, blanc, rouge). Überhaupt ist die Persönlichkeit der Künstlerin omnipräsent. („It´s always me“)

„Be sure of one thing: .„ der nicht vollendete Satz beschreibt nicht nur die Unwägbarkeit des Lebens im Allgemeinen sondern, auch das vielschichtige Schaffen der Künstlerin und den fundamentalen Glauben das alles möglich ist.