LASSE SCHMIDT HANSEN. Other activities. 27.11.2015 – 29.01.2016

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Other activities

Other activities sind ein Versuch Handlungen in Zeit und Raum im Umfeld einer Filmaufnahme festzuhalten, Aufnahmen zwischen takes und outtakes, Dinge, die im fertigen Film üblicherweise nicht zu sehen sind. Einige sind inszeniert, einige rekonstruiert und einige (andere) erscheinen zufällig. Die einzelnen Szenen sind dem Kontext entnommenen, mehr oder weniger abstrakte Aktionen. Der Film ist eine erzählerische und dennoch keiner Dramaturgie folgende Zusammenstellung dieser Szenen.  
Einige Personen beschäftigen sich in dem Film mit einer Zusammenstellung bestehend aus unterschiedlichem Büromobiliar, Filmausrüstung und anderen Dingen (Requisiten).
Der Film wurde in einem unbestimmten Ausstellungsraum während seiner Schließzeiten aufgenommen. Die Nutzung als Studio verwandelt den Raum durch seine geänderte Nutzung und er verwandelt die Zeit – Schließzeiten werden zu Arbeitszeiten (oder anders herum).
Generell setzt sich der Film mit einer Vorstellung von Arbeit auseinander (Tätigkeit, etwas machen/herstellen, Produktion/Reproduktion). Und mit der Idee von inszenierter Arbeit und Arbeit als Werk. Zur gleichen Zeit beschäftigt er sich mit einer Idee von Inszeniert (geplant) und Zufall (ungeplant), einem konzeptuellen Dilemma oder Paradox für das sich Lasse Schmidt Hansen interessiert.


Installation von
Other activities

In der Ausstellung wird der Film an zwei unterschiedlichen Orten gezeigt. Einmal projiziert im Eingang und auf einem Monitor in einem der Ausstellungsräume – präsentiert einmal als Projektion und einmal als Objekt, als Loop, parallel aber nicht synchronisiert und in unterschiedlichen Formaten (wechselnden Formaten).

An welchem Punkt eines Filmes man eintritt hängt zumeist vom Zufall ab. Die Dauer von der Entscheidung, wie lange man zusehen möchte. Das Wiedererscheinen des Filmes in der Ausstellung eröffnet die Möglichkeit eines geänderten Anfangs des Filmes, wobei sich gleichzeitig der Erzählstrang ändert.


Untitled (isolation)

Ein fundamentaler Teil des fotografischen Prozesses ist die Auswahl und Isolation des Bildes. Die Konzentration auf das Motiv und die Trennung von der Umgebung.
Untitled (isolation) besteht aus einer Serie von acht Fotografien die Fotopapier zeigen, Reste, nachdem Bilder aus einem Bogen herausgeschnitten wurden. Die Papierschnipsel, in unterschiedlichen Formen, liegen verstreut auf einem grauen Teppich zusammen mit einem Schneidebrett, Messern, Linealen und anderem weniger oder nicht zugehörigem Studioinventar, aufgenommen inmitten eines Arbeitsprozesses.
Da die Papierstücke von einem leichten Abwärtswinkel bis zu 90º frontal nach unten fotografiert sind, entsteht eine frei flottierende Komposition von geometrischen Formen, Winkeln und Perspektiven.
Das Format der meisten Fotografien ist horizontal, einige sind jedoch vertikal (Wechsel des Formats), jedes ist von Hand ausgeschnitten – ähnlich zu dem Prozess der in den Aufnahmen festgehalten wurde. Der Schnitt wurde individuell so knapp an der Begrenzung des Motives ausgeführt, wie nur irgend möglich, manchmal ein oder zwei weiße Streifen am Rande des Bildes sichtbar lassend und manchmal wiederum fehlt genau ein solcher Streifen der Abbildung, ohne dass dies erkennbar wäre. Anschließend wurden die Abzüge auf einen weißen Karton montiert, um die Umrandung des Bildbogens wieder entstehen zu lassen.
Neben der Dokumentation eines Teils des fotografischen Prozesses in einem Studio, fokussiert die Arbeit auf Dinge außerhalb der Darstellung und versucht etwas festzuhalten was (normaler Weise) nicht sichtbar ist (invisible images).


Dismantled molleton

Die Arbeit besteht aus einer Ansammlung von Stücken schwarzen Stoffes (Molton), eingesammelt bei verschiedenen Institutionen, Theatern, Museen, Galerien. Die Stücke werden auf dem Boden gezeigt, gefaltet als wenn sie gelagert werden. Sie unterscheiden sich in Größe und Volumen, einige sind etwas verknittert, andere mit Klammern von früheren Installationen, Klebeband etc.
Es handelt sich um eine Präsentation von Material, hauptsächlich genutzt, um Dunkelheit in unterschiedlichen Situationen, oder dunkle Hintergründe herzustellen. In Kunstinstitutionen in erster Linie um unterschiedliche Lichtquellen abzuschirmen, für black boxes, Wandbespannungen oder als Vorhänge an den Eingängen. Das Material hat einen gewissen Wert, wird wiederverwendet, ist Teil des Inventars.
Obwohl abgenommen verweist der Schnitt noch immer auf eine spezifische Funktion in einem spezifischen Raum, einer Architektur. Nun aber sichtbar transformiert in unterschiedliche Objekte ohne ihre ursprüngliche Funktion. Nicht installiert, nicht gelagert (Darkness visible).