LELLO//ARNELL. Of a Story of Fiction of a Story of Fiction. 19.09.2014 – 31.10.2014

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Die trockene Schwärze des Kellers verlassend, schnellte er plötzlich herum, als ob er etwas gespürt hätte. Jemanden. Er konnte eine Stimme hören – ein entferntes murmeln. Nicht wirklich Worte, nur ein leichtes Brummen mit der Intonation von... Sprache. Er war wie völlig versteinert, reckte seinen Hals, verdrehte sich, er spitzte sein Ohr: "... völlig versteinert, reckte seinen Hals, verdrehte sich, er spitze sein Ohr." Er fröstelte. "Er fröstelte."

Als ein Freund des Künstlers 2001 an einem Flughafen in Südamerika hängen blieb, entdeckte er ein Buch in der Ritze zwischen zwei Sitzen wo er saß. Vertrieben, eine spanische Novelle, der Deckel des Buches war abgerissen. Genauer gesagt fehlten in etwa die ersten vierzig Seiten. Ebenso das Ende der Geschichte. Später, in einem apathischen Zustand dösend, begann er zögerlich das Buch zu lesen.

Der Protagonist, ein junger Mann, nach irgendeiner Art von Katastrophe an einem Flughafen gestrandet, wird in seiner Einsamkeit langsam auf eine Art erleuchtet, oder auch verrückt. Im Laufe der Geschichte wird er der Existenz des Erzählers und des Lesers gewahr, was ihn in einen fiebrigen Kampf führt, seinen omnipräsenten Beobachtern zu entfliehen. Er findet heraus, dass bestimmte Teile der schier endlosen modernistischen Struktur den Blick seiner Verfolger verschleiern und die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt als der Protagonist sich zurück zieht und sich vor den neugierigen Blicken seiner Verfolger versteckt.

Überall waren Menschen. Die Hitze kriecht in Ecken der Struktur die, die Klimaanlage nicht erreicht. Ich fühlte mich miserabel. Ich hatte kaum geschlafen, und nichts gegessen außer Schokoriegeln und Cola. Die Architektur schlaucht mich. Flughäfen sollten passiert werden, sie taugen nicht für einen längeren Aufenthalt. Es ist so unnatürlich. Diese Idee vertikalen Beton und Glas mit Kaskaden von tropischer Vegetation zu verbinden – ist so post – apokalyptisch.

Of a Story of Fiction of a Story of Fiction ist eine Fortsetzung von Jørgen Craig Lello & Tobias Arnells Untersuchung der Bedeutung und der Konsequenz des World Views. Wie er entstanden ist, sich verändert, entwickelt und geschützt hat. 
Wie ein einfacher Fehler sich überall ausbreiten und in etwas wirklich bizarrem – beinahe verrücktem enden kann.

Jørgen Craig Lello & Tobias Arnell arbeiten seit 2003 zusammen und nutzen in Ihrer Logik gebrochene Gedankenstränge, falsche Behauptungen und erfundene Szenarien in ihrer Untersuchung wie die Welt interpretiert und verstanden wird.

Sie arbeiten in erster Linie skulptural, es reicht jedoch häufig in die Bereiche der Fotografie, der Collage und des Bildnisses hinein. Die Werke strahlen eine oberflächliche Trash und Do It Yourself Ästhetik mit einem Anspruch auf Geschicklichkeit aus, doch sind sie fundamental Konzept basiert mit einer stark von Material und Skulptur geprägten Disposition.

Ihre Arbeit hinterfragt grundlegende soziale Strukturen und Methoden und ihre Gültigkeit. Die Verwendung historischer Dokumente, von Symbolen, und Ereignissen, einer Vielzahl von vernetzter Konzeptionen, münden in einen dekonstruktiven Prozess, der ein verzerrte Wahrnehmung des "großen Ganzen" zum Ergebnis hat.

In erster Linie geht es in den Arbeiten um die Art wie Themen behandelt werden so dass, obwohl sie lückenhaft oder sogar unsinnig sind, ein Gefühl von Vollständigkeit entsteht.

Lello//Arnell waren in Ihrer Heimat Norwegen in wichtigen Ausstellungen wie, "
Lights On – Norwegian Contemporary Art", Astrup Fearnley Museum, Norwegian Sculpture Biannial (´06 und ´12) sowie einer Anzahl Einzelausstellungen vertreten. In 2012 waren sie außerdem Teilnehmer in der Eröffnungsausstellung "To Be With Art Is All We Ask." des neuen Astrup Fearnley Museums. Außerdem sind sie 2014 in Gruppenaustellungen im Sørlandes Art Museum Kristinsand und der Boghossian Foundation in Brüssel zu sehen, sowie in Einzelausstellungen in Wien, Brüssel und Moss.

Sie sind den Sammlungen des Astrup Fearnley Museums, des Sørlandet Art Museums, der Region Skåne, dem Slovenian Center for Graphic Art und der Statoil Sammlung vertreten.

Kürzlich wurden größere Kunst am Bau Projekte für die Norwegian School of Economics in Bergen, die Universität Oslo, sowie für das Krankenhaus in Kalnes verwirklicht.