ANNE-LISE COSTE. d5919bcc3aeeb621e64daf06b703c106. 16.09.2011 – 29.10.2011

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– malerei und new york –


ich zog am 1. April 2010 nach NY, in ein schönes Apartment in der Upper West Side. es ist die Beschaffenheit des Ortes, die Dinge passieren lässt, ich bin glücklich, es gibt einen schönen großen Baum vor meinem Fenster, auf dem schöne Vögel (roter Kardinal, Blauhäher) sich niederlassen und singen. es ist sehr ruhig hier, gemächlich und voller Licht, der Himmel öffnet sich direkt über meinem Bett. die Geräusche der Stadt die mich hier erreichen sind die Sirenen der Krankenwagen und die der weit entfernt landenden Flugzeuge.
Das genaue Gegenteil, wenn ich hier in die Subway gehe: unter der Erde, ohrenbetäubender Lärm, Vergänglichkeit, Schwarz, Neonlicht, Metall, Asphalt und Beton. und die Ratten und Kakerlaken. Menschen sind noch einmal eine andere Geschichte.

im Mai 2010 zeichnete ich auf einem Tisch (im Wohnzimmer meines Apartments) auf Papier, horizontal, mit einem weichen 8B Bleistift. Es entstanden die Serien "cages", "penetrations", "pedestals (Mondrian)" und "architectures".

gegen Ende des Sommers reichte mir Papier nicht mehr: ich entdeckte das Brett aus Holz.

so setzte ich meine ersten Ölgemälde (siehe die Arbeiten aus berlin im Archiv von reinhard hauff) mit der Serie "sort of letters" und der Serie "sort of cubes" fort, wie der Titel schon andeutet, kann man Briefe und Würfel in den dicken Räumen des Titanium Weiss erkennen.

Ich war sehr krank im Oktober, der Geruch der Ölfarbe machte alles noch schlimmer, daher wechselte ich zu Tempera auf Papier und grundierter Leinwand, die ich in einem Laden für Künstlerbedarf kaufte.

dezember 2010, ein großes Gemälde, das letzte, mit vielen Farben, das aus 15 Leinwänden bestand, die nebeneinander aufgehängt werden, wurde in detroit bei susanne hilberry ausgestellt; zwei Gesichter und zwei Wörter, SEX, MAMA, erschienen wieder und wurden als Titel verwendet.

dann war das vorbei. es werden auch keine mehr folgen. keine Köpfe mehr keine Wörter mehr.

manche nennen es Schweigen. ich widerspreche dem nicht.

januar 2011, eine Reduktion der Farbpalette auf Rot Weiss Blau und Schwarz und insbesondere die Entscheidung, nur noch zu malen. Temperamalerei auf vorgrundierten Leinwänden, "red", "blue", "white".

ende Februar dann, Schwarz, nur noch Schwarz; dann entstanden: "amerikka", das auch in detroit ausgestellt wurde. Dann "new york" und "a car in the night", die letzte Serie die mit einer Bürste gemacht wurde.
um eine noch stärkere Präsenz zu erzeugen, fiel die Wahl auf schwarze Ölfarbe, "Elfenbeinschwarz", ein schönes Oxymoron.

ich drücke die Farbtube direkt auf der schönen, unbehandelten Holztafel aus die ich gerade entdeckt habe; den Pinsel habe ich gegen ein Siebdruckrakel eingetauscht.

später nachdem mir ein Freund von der Existenz von Latexhandschuhen berichtet hat benutze ich Finger.

die Schwere und Bedeutung der Arbeiten wächst dank den physischen Räumen die mir liebenswürdigerweise angeboten werden (finanziell wäre es nicht möglich mir einen von diesen zu leisten). ich arbeite nun in Räumen die so aussehen, wie man sich ein Atelier vorstellt: ein leerer Raum mit weissen Wänden und einer Fensterfront in einem LA-60er-Jahre-mässigen Sommerhaus in east hampton und in einer Galerie im 4. Obergeschoss in Chelsea, auch ein sehr schöner Raum mit hohen Wänden in der 26. Strasse nahe dem hudson.

dies ist großen Gemälden auf Holz gewichen, auf Sperrholz, bei einer Holzhandlung in den Massen 92 x 123 cm gekauft und auf unbehandelter Leinwand, Abdecktüchern genauer gesagt, die dafür benutzt werden zu schützen und die ich in einem Baumarkt im Format 3,65 x 2,74 m gekauft habe.

diese immernoch flach auf einem Tisch oder auf dem Boden.

ich gehe meinen Weg als Malerin weiter: ich male



Anne-Lise wurde 1973 in Marseille geboren und lebt und arbeitet in New York. Vor kurzem hat sie im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Santander / Spanien, in der Susanne Hilberry Gallery, Detroit, der Nicole Klagsbrun Gallery, New York und in der Gruppenausstellung "Hysteria, Laughter and a Sense of Seriousness" in der Galerie Gregor Staiger und bei Karma International, Zürich ausgestellt (alle 2011). In diesem Oktober wird sie bei Ellen de Bruijne, Amsterdam, im November bei Noguerras Blanchard, Barcelona ausstellen. "d5919bcc3aeeb621e64daf06b703c106" ist die fünfte Einzelausstellung in der Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart.