THOMAS LOCHER. Begriffliche Beziehungen. 12.12.1997 – 13.02.1998 

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In seiner ersten Einzelausstellung in der Galerie Reinhard Hauff zeigt Thomas Locher Arbeiten unterschiedlicher Kategorien. Alle Arbeiten sind Spracharbeiten oder haben „sprachlichen“ Hintergrund.

Reden. Sprechen. Schweigen. Frage und Antwort. Verstehen und Nichtverstehen. Denken. Entscheiden, ... sind elementare Bestandteile des kommunikativen Tauschs. Dabei geht Thomas Locher davon aus, daß das Verhältnis der Individuen zueinander nicht symmetrisch ist. Denn im Austausch/Tausch kann das Gleiche nicht ausgetauscht werden, dann wäre der Austausch überflüssig. Ausgetauscht können nur voneinander verschiedene Dinge. So ist jede sprachliche Kommunikation, jedes Gespräch, jede Unterredung, jeder Widerstreit, welche Form auch immer, von einem Verhältnis geprägt, das nicht gleichgewichtig und nicht gleichwertig ist.

Eine wichtige Voraussetzung ist, daß die Sprache sich nicht neutral verhält (zu etwas), sie ist nicht objektiv: die Sprache besetzt eine subjektive Position des Aussagens. Allerdings ist die Grammatik nicht nur Regelwerk der Sprache, eine Grammatikregel ist in erster Linie eine Markierung der Macht und dann erst eine syntaktische Markierung (Deleuze). Das hat das Gesetz mit der Grammatik gemein: es ist ein imperatives Gefüge. Absicht und Aussage der Regeln und Vorschriften sind der Befehl, das Kennwort, die Parole.

Mit einem Micro-Blick auf die individuellen sprachlichen Beziehungen versucht Thomas Locher Abstraktionszusammenhänge zu formulieren.
Als Horizont und Bezugsrahmen hierfür ist die Tatsache bedeutend, daß das Ich und das Andere sich durch keinen Relationsbegriff überdachen und totalisieren lassen. Es muß immer einen Rest geben. Die Möglichkeit der Sprache, etwas zu bezeichnen, ist eine sekundäre Funktion, primär geht es darum, die Anwesenheit des anderen hervorzurufen.