BERTA FISCHER. Objekte. 02.03.2001 – 12.04.2001

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Die neue Ausstellung der Galerie Reinhard Hauff zeigt Arbeiten der jungen Künstlerin Berta Fischer (1973). Primäres Ausgangsmaterial ihrer Kunst sind unterschiedliche Plastikfolien, aus deren Eigenschaften sie Objekte mit spielerischen oder absurden Momenten entwickelt. Immer nutzt die Künstlerin die spezifische Oberflächenbeschaffenheit, Transparenz und Stärke des Materials, um Faltungen und Formen zu erzeugen, die ein poesievolles Spiel mit der Schwerkraft kennzeichnet.

Der Fixpunkt für Fischers installative Arbeiten ist häufig die Raumdecke, so daß ihre Objekte anmutig schweben, leicht fallen, nach unten sacken oder sich in freiem Flug befinden. Oft nimmt
Fischer auch Veränderungen der plastischen Oberflächenbeschaffenheit durch Aufsprühen von Farbe vor, die den Objekten eine artifizielle Anmutung verleiht. Die Artefakte erscheinen als silbrig-technoid schimmernde Flächen („Wand“, 2001) oder im Falle der „7 Steine“ (2001) als fragile, weiche Volumina, deren haptische Qualität und Gewicht sich über die bloße Wahrnehmung nicht erschließt. Aus der Kombination der Objekte mit mechanischen Quellen, wie bsp. Spielzeugmotoren, drehenden Bällen oder Ventilatoren geraten starre Röhren („Röhre rot“, 2001) oder schlaffe, plastische Säcke („o.T.“, 2001) in Bewegung, drehen sich und rascheln. Die Objekte zeichnet dabei nicht die Intention einer örtlichen oder räumlichen Veränderung aus, eher erscheint ihre Bewegtheit selbstbezogen, absichtslos oder indifferent. Alle Objekte Fischers charakterisiert ein minimalistisches Formverständnis, es zeigt sich in der Bearbeitung des Materials Plastik eine Ökonomie der Mittel, die das Gestaltungsvermögen des plastischen Stoffes dennoch beständig auszureizen vermag.

Die Beziehung von
Fischers Objekten zu ihrem Umraum könnte man aufgrund ihrer künstlerischen Verortung besser als sphärisch denn als räumlich beschreiben. Dies macht auch das in Verbindung zu den Objekten gezeigte Video („o.T.“, 2001) deutlich, das den Weg in eine von Fischers raumgreifenden Installationen wiedergibt. Der Gang endet in einer Turbulenz von wirbelnden Luftkissen, die die Dimensionen des Raumes verunklären, ihn jedoch mit Mustern und Farbe anfüllen. Den Einsatz von Video könnte man bei den Arbeiten von Berta Fischer als die Erzeugung eines äußeren Randes beschreiben. Dort, wo die haptische Erfahrung von Material nicht mehr vorhanden ist, sondern ein bloßes Videobild erscheint, befindet sich der Zustand der absoluten Schwerelosigkeit.