JEANNE HARDY. When she’s up she’s down, when she’s down she’s up. 22.10.2000 – 03.11.2000

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Die Galerie Reinhard Hauff führt mit der Ausstellung der amerikanischen Künstlerin
Jeanne Hardy (1968), nach der Sommerpause 2000, ihre Präsentation zeitgenössischer, internationaler Kunstpositionen fort.

Die Künstlerin arbeitet mit den Medien Zeichnung und Malerei, wobei figurative wie abstrakte Bildauffassungen gleichermaßen bearbeitet werden. Es finden sich sehr einfache Motive – ein Berg, ein Kronleuchter, Hunde, Tapisserieornamente sowie Pflanzen, die neben abstrakten Streifenbildern in nur scheinbar willkürlich angeordneter Hängung an der Galeriewand präsentiert werden.

Jeanne Hardy bezeichnet ihre Motive selbst als „generic icons“ – Bilder, die signifikant sowohl für Themen der Kunstgeschichte, wie Landschaft und Stillleben, als auch für die Jedermann-Erfahrung von Wohnung, Hobby oder Urlaub stehen. Die präzise Freistellung des gemalten oder gezeichneten Gegenstandes läßt einen unmittelbaren Bezug des Betrachters zum Bild zu, entzieht sich jedoch, durch den künstlerischen Umgang, jeglichen persönlichen Kommentars. Weder scheint ein Berg in seiner Naturgewalt erhaben, noch die „Essenz der Moderne“ im Greenberg‘schen Sinne auf ein Neues gebannt bzw. ironisch gebrochen. Die Konzentration auf den Bildgegenstand befreit ihn aus dem Zwang, mehr als Motiv zu sein. Zunächst, im einzelnen Werk, beschränkt sich die künstlerische Arbeit von Jeanne Hardy auf die Herstellung von Typen anhand ihrer grundlegenden Merkmale.

Die folgende Anordnung und Präsentation der Bilder neben- und übereinander beschreibt die Bedeutung einer einzelnen Arbeit aus dem Umfeld der anderen Werke, was die kalkulierte Dramaturgie des gesamten, technisch versiert ausgeführten Bilderensembles auf eingängige Weise kennzeichnet. Die „Petersburger Hängung“ des Connaisseurs des 19.Jahrhunderts wird zum
„Story-Board“ des erfahrenen Zeitgenossen, der angesichts trivialer und kunsthistorischer Topoi seinen Wissens- und Erfahrungshintergrund zu Rate ziehen sollte: „Are you experienced?“ ist eine Reihe von
Hardys Werken betitelt und die Frage steht programmatisch für die Haltung der Künstlerin zu ihrem Publikum.