BERNHARD KAHRMANN. touch my hand. 05.05.2000 – 09.06.2000

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Die Galerie Reinhard Hauff präsentiert in seiner ersten Einzelausstellung
Bernhard Kahrmann (1973). Aus dem klassischen Studium der Malerei kommend, entwickelt Kahrmann konsequent seit etwa zwei Jahren raumbezogene Arbeiten, die die konstitutiven Bedingungen der Architektur aufschlüsseln und verändern: der spezifische Raum wird mittels Lichtprojektionen gesplittet, seine Tiefe negiert oder die ursprünglichen Grössenverhältnisse von Wänden, Decke und Boden werden so gedehnt, dass die zugrundeliegende Architektur oft nicht mehr zu erkennen ist. Sie dient in ihrem Formenvokabular lediglich als materielles Skelett für die Inszenierung urbaner Landschaften und sich darin abspielender filmischer Sequenzen.

Die Auseinandersetzung mit räumlichen Qualitäten steht in den Arbeiten
Bernhard Kahrmanns in einem direkten Dialog zu Phänomenen des Lichts und dessen unterschiedlicher Quellen. Glühbirnen, Dia- und Videoprojektoren sowie Fernsehmonitore verbleiben nicht als Krücken der künstlerischen Raumerfindung, sondern sind eigenständige Akteure innerhalb des entstandenen räumlichen Kontinuums. Neben ihrer Funktion als Lichtquelle und Vermittler von Bildern, sind sie als Objekt und Gestell direkt sichtbar oder als Schattenriss vorhanden. Sie sind damit wesentlicher Bestandteil der modellhaften Stadtentwürfe, die durch die Lichtprojektionen auf einfache Verpackungskartonagen und Leinwände entstehen und die durch die Reflexion und Brechung des Lichts, ausgehend von unterschiedlichen Materialoberflächen, vervielfältigt werden.

Die verwendete Technik produziert Geräusche, die in die Arbeiten integriert werden. Monotones Rauschen und hartes, metallisches Klicken wechselt mit dem schnellen Auftauchen und Verschwinden von Standbildern ab oder hinterfängt als komponierter Geräuschteppich Bewegungsabläufe in slow-motion. Dazwischen entstehen Momente der Stille und Dunkelheit. Das fiktive urbane Gefüge verschwindet. Aus der schwarzen Leere des Raumes tauchen Gesichter auf, Augen und Hände, die sich berühren und die die Wahrnehung weg von statisch anonymen, räumlichen Strukturen zu einfachen, zärtlichen Gesten und Handlungen führen. Mit dem Einsatz unterschiedlicher technischer Medien entwickelt
Bernhard Kahrmann mehrdimensionale, narrative Räume. Der Anonymität der Grossstadt stellt er das Modell der Stadt als Handlungsraum gegenüber, in dem sich der Betrachter als Mensch in Lebensräumen unterschiedlichster Atmosphären wiederfindet.