THOMAS LOCHER. Sender / Empfänger / Medium / Botschaft. 25.02.2000 – 07.04.2000

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Die Galerie Reinhard Hauff zeigt neue Arbeiten von Thomas Locher , die sich dem Umgang mit und der Verwendung von Sprache auf abstrakte sowie auf subtil-ironsiche Weise nähern. Fenster, Tisch, Stühle und Hocker sowie Metalltafeln sind mit eingravierten Sätzen versehen und hängen vor silbrig-farbenen, computergenerierten Figurinen – Menschen, jung und alt, holzschnittartig in ihrer Gestalt, mit unterschiedlicher Profession und Habitus. Ihre möglichen Beziehungen untereinander entstehen durch die Fragen, Behauptungen, Antworten, die auf den an die Wand gehängten Mobilien zu lesen sind. Die Anordnung der Dinge an der Wand und die darauf gravierten Wörter beziehen sich nicht unmittelbar und referenziell aufeinander, das Objekt dient der Sprache als Oberfläche und Träger.

Den in der Galerie präsentierten Arbeiten fehlt jede individuelle künstlerische Handschrift, Objekte und Schrift sind genormte Einheiten und entsprechen Erfordernissen des Alltags, des Desings oder der guten Lesbarkeit. Inhaltlich bietet sich dem Betrachter ein Diskurs über Sprache und Macht. Beispielsweise benutzt
Thomas Locher das Hegelsche Konstrukt des dialektischen
(Macht-)Verhältnisses von Herr und Knecht antithetisch, so daß sich mit den Sätzen gelernte Schemata umkehren und damit in Frage gestellt werden: „It Only Seems As If The Slave Is Dependent; In Fact, He Is Independent.“